Archiv für die Kategorie 'Literatur'

Kinderfrage

Glühende Verfechter… – kannst du mir ‘mal erklären, was das bedeutet, Mama?

Bald Asche , allzu bald Asche, mein Kind!

aus: Adolf Endler – Tarzan am Prenzlauer Berg

Denkbücher bitte

Aufgrund der Erfordernis von Konzentrationsfähigkeit und ausgeruhten Augen schaffe ich es äußerst selten mich zu einem Buch hinreißen zu lassen. Um die wenige Zeit mit Büchern wenigstens ordentlich zu nutzen bin ich auf der Suche nach Denkbüchern. Ich möchte nicht unterhalten werden, ich möchte etwas über mich und/oder das Leben lernen. Kategorie Steppenwolf (wobei diese Stimmung vorbei ist, aber von der Intensität her). Vorschläge bitte.

Na danke auch!

Da wiegt man sich sein halbes Leben lang in der Illusion, daß man im Gegensatz zu den meisten Leuten nicht von der Werbung vereinnahmt sei und dann passiert so etwas:

Ich befinde mich gerade auf der Zielgerade von Joachim Fests großartiger Hitler-Biographie und bin vorhin an der Stelle angekommen, die sich mit dem verstärkten Widerstand gegen Hitler im Jahre 1944 beschäftigt und damit logischerweise auch einige Sätze zu Stauffenberg verliert.

Da wird Stauffenberg vorgestellt, seine Bemühungen den Widerstand zu formieren werden beleuchtet und natürlich auch einige Originalzitate mit eingebaut. Und wessen Gesicht hab ich plötzlich vor meinem geistigen Auge gesehen?

Tom Cruise

Epic fail!

[file under: Zum Lachen in den Bunker gehen.]

Das Spiel des Zafón

EA0B6A55-C32B-4007-B3F3-C155C3C1FB95.jpgDas erste Buch von Zafón, welches ich vor einigen Jahren las, hatte mich wirklich umgehauen. Es war eines dieser Bücher, das einen die komplette Umwelt vergessen lässt. Dazu kam, daß ich es mit einer guten Freundin (zu der Zeit gar Freundin) während eines Urlaubs in Barcelona las. Ähm, ja, es spielt in Barcelona. Eine sehr schöne Erinnerung, auch wegen der Zeit, die einfach wundervoll war.
Nun zu Weihnachten bekomme “ich” den Nachfolger des Buches geschenkt (jemand anderes war die Beschenkte, aber ich habe es mir gleich unter den Nagel gerissen). Nachfolger im Sinne von: zweites Buch des Autors. Ich fing noch während der Weihnachtsfeiertage an. Es enttäuschte mich ein wenig, daß es wiederum in Barcelona, wiederum im gleichen Millieu und wiederum im gleichen Stil eine Geschichte erzählte, die aber wiederum mein Gefallen fand. Denn je mehr man dieses Buch liest, desto mehr will man dieses Buch lesen. Der Sog ist unglaublich stark. Es ist wiederum so gut konstruiert, so gut durchdacht, erzeugt solche Stimmungen, daß man sich wünscht noch schneller lesen zu können, doch die Augen tun bereits weh.
Aus diesen Gründen des exzellenten Handwerks und der sehr großen Freude beim Lesen, finde ich es vollkommmen in Ordnung, diese scheinbaren Wiederholungen zu haben. Denn sie funktionieren so gut. Und leckeren Pudding macht man beim zweiten Mal ja auch nicht anders. Beim dritten oder vierten Mal sollte man dann eventuell mal darüber nachdenken, aber soweit ist es ja noch nicht.
Es hat jedenfalls dazu beigetragen mein Buchpensum des letzten Jahres (die Blechtrommel), dieses Jahr bereits am 5ten Januar erreicht zu haben.
(Ich habe es übrigens, wie ich es bei Filmen schon lange tue, im Original mit Untertiteln gelesen)

Berlin – Bücher

Vor ein paar Tagen bat mich ein junges, sympathisches Pärchen nach Abschluss meiner Tour um ein paar Buchtips bzgl. Berlin.
Ich gab ihnen meine Karte und forderte sie auf, mich einfach nochmals per Mail anzuschreiben, dann würde ich ihnen gerne eine Auswahl von Büchern, die ich selbst gut fand zusammenstellen.
Heute nun erreichte mich ihre Mail und da ich mich beim Thema Bücher selten kurzfasse, wenn man mich erstmal reden lässt ist sogar ein recht langer Text mit vielen Buchempfehlungen entstanden, von dem ich denke, daß er sich auch hier gut machen könnte.

Darum jetzt hier meine Highlights von Büchern über Berlin:

‘Berlin – Bücher’ weiterlesen

Gleichgültigkeit

Sie: Alexander, das ist schrecklich, in diesem Alter, solche Gleichgültigkeit gegen alles.

Er: Warum verwundert sie das, ma tante? Befreien sie sich für einen Moment von dem engen Horizont der sie umschließt. Betrachten sie das Leben, die Welt. Was soll das alles?

Aus Iwan Gontscharows Eine alltägliche Geschichte

Ich habe laut aufgelacht.

Zamonische Geschichte

Als ich vor über einem Jahr das erste Buch der Zamonienreihe von Walter Moers als Lesung hörte, empfand ich es anfangs als etwas albern und übertrieben. Die Namen, die Geschichte, die Fantastereien waren doch recht weit weg von der Realität die einen sonst so umgibt. Umso schöner und wie ein warmes Federkissen umkuschelndes … Federkissen versinkt man in diese Bücher und möchte nie wieder aus ihnen aufwachen, hat man sich erst einmal auf sie eingelassen. Zu amüsant sind die wortspielreichen Namen der Orte, Kreaturen, Pflanzen und Bräuche in Zamonien, zu spannend die Geschichten, zu sympathisch die Protagonisten und zu fantastisch fantasievoll die ganze Welt.

Ich habe keins seiner Bücher gelesen – alle wurden mir vorgelesen. Die ersten, absolut grandios und mitreißend, von Dirk Bach, das letzte, der Schrecksenmeister (Vorsicht: Spoiler, aber einiges an Hintergrundinformationen), nicht ganz so passend überbordend, aber dennoch sehr gut und fesselnd von Andreas Fröhlich.

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Die Bücher sind meist wirklich lang. Das schreckt auf den ersten Blick ab, wollen 12 CDs (knapp 13 Stunden) doch erst einmal durchgehört werden (und das ist noch eines seiner kürzeren Bücher). Doch wurde man erst einmal an-gefangen, wünscht man sich es wären 24 oder gar 36 CDs! Man fühlt sich einfach wie zuhause. Durch das Grundlagenwissen über die zamonische Welt, welches in den späteren Büchern vorausgesetzt (die Geschichte funktioniert auch ohne dieses, doch entgeht einem vieles) und auf welches sich immer wieder bezogen wird. Ist doch klar was Leidener Männlein sind, oder eine Haifischmade, welche nacheinander in alle ihre 12 Hände klatscht, so daß eine Welle entsteht. Was das F. im Namen des Schuhus Fjodor F. Fjodor bedeutet, bleibt dagegen im Dunkeln.

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