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Die Deutsche Bank und die Moral

Deutsche Bank Reflektion

Foto: Lichtbildner_64

Vor wenigen Tagen erzählte mir ein Kollege eine Geschichte aus der Zeit, als er noch als Bankkaufmann für die Deutsche Bank arbeitete:

Es war gerade die Zeit der Euro-Umstellung und in den Banken waren verstärkt Kassierer auch aus anderen Filialen im Einsatz um den Ansturm der Geldumtauscher zu bewältigen.

In der Spandauer Filiale hatten sie damals einen zeitweilig einen homosexuellen Kassierer zugeteilt bekommen. Jeder Kunde, der mehr als einen niedrigen 3-stelligen Betrag umtauschen wollte musste damals seinen Ausweise vorzeigen, um evtl. Geldwäsche einen Riegel vorzuschieben.

Ein älterer Herr betrat die Filiale, stellte sich in die Schlange, wartete bis er zum Kassierer treten dürfte und war vollkommen verärgert, daß er sich ausweisen müsse:

“Ich bin hier seit 26 Jahren Kunde in der Bank, jeder hier kennt mich, das ist einfach eine unheimliche Frechheit von Ihnen!” ‘Die Deutsche Bank und die Moral’ weiterlesen

An der Zeit drehen

Gestern fand ich auf dem Platz hinter der Ecke am Park ein kleines unscheinbares Gerät. Bei ebay würde der Zustand als neuwertig durchgehen. Die eine abgebrochene Ecke fiel mir erst zuhause auf. Die Beschriftung war kryptisch, doch nicht klingonisch. Und so fand ich alsbald heraus, daß es sich um eine Zeitmaschine handeln müsse. In Verbindung mit einem Gegenstand oder einer Person konnte man so die persönliche Zeit dessen verändern. Man stelle sich nur vor, welche Möglichkeiten sich ergaben! Verschimmeltes Essen wiederbeleben. Nie mehr auf die unreife Banane warten müssen. Die Zimmerpflanzen direkt in den Tod schicken anstatt sie langsam verdursten zu lassen. Die tolle, aber zu junge Frau ins passende Alter katapultieren. Die alten Bremsbeläge einfach wieder erneuern. Den Gaspreis auf ein zimmererwärmendes Niveau senken. Die gelbe Flüssigkeit in der Flasche wieder zu Birnensaft verwandeln. Oder die verrostete Göttin vom Schrottplatz fabrikneu zaubern. Spaß haben eben.

Doch verriet mir das Symbol mit der durchgestrichene Zwei, daß ich all diese Annehmlichkeiten nicht würde genießen können. Denn ich hatte nur einen Schuss. Also mußte etwas großes, dauerhaftes her: Ich. Wäre es nicht wunderbar das Leben noch einmal von vorne beginnen zu können? Mit dem Wissen, was man sich inzwischen erworben hat? Und so war es entschieden. Ich stellte das Gerät auf “Alter: 3 Tage”,hielt es mir ans Gesicht und drückte ab. Kein Geräusch. Nur leichte Benommenheit. Blick nach rechts: Zimmer, der Zettel mit der Telefonnumer meiner Mutter: noch da. Blick nach links: meine Hand mit dem Gerät. Was? Wie kann ich denn als 3-Tage-Menschch die Zeitmaschine halten? Es hatte nicht geklappt. Ich war enttäuscht. Raus aus dem Fenster mit dem Teil! Erst versprechen und dann nicht halten. Wie Blicke von Frauen mit Freunden.

Was bleibt, um sich von der Enttäuschung zu erholen? Alles abwaschen. Also ab ins Bad, Wasser einlassen, aus Vorfreude ein Schluck Wasser ins Gesicht. Doch was war das da im Spiegel? Natürlich! Warum war ich nicht selbst darauf gekommen? Das Gerät hatte meinen Bart als ein Individuum betrachtet.

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