Archiv für die Kategorie 'Gedankensplitter'

Krankheitserkenntnisse

1. Husten ist anstrengend. Wenn das noch ein paar Tage so weiter geht, habe ich ein Sixpack.
2. “Der kleine Prinz der nie auf eine Frage verzichtete, die er einmal gestellt hatte, schien die meinen nie zu hören” ist eine Falschaussage, die im Buch selbst widerlegt wird.
3. Wenn sich Antoine für Geographie, Rechnen und Grammatik interessiert, warum wirft er dann im gesamten Buch “Stern” und “Planet” durcheinander bzw. benutzt sie als Synonyme. Denke doch nur mal einer an die Kinder!
4. Das es auf einem Asteroid keine Atmosphäre und damit auch keine Sonnenuntergänge gibt (geschweige denn Lebewesen), kann man aber als künstlerische Freiheit durchgehen lassen :P
5. Man sollte die Menschen danach bewerten was sie tun, nicht was sie sagen. Sagt jedenfalls der kleine Prinz.
6. Rumliegen und nichts machen können kann sehr nervig und anstrengend sein. Zumindest wenn sogar Film gucken zu anstrengend ist.
7. Der ideale Zeitpunkt krank auf Toilette zu gehen ist, nachdem ein Mitbewohner geduscht hat. Dann muß man sich nichts anziehen, friert aber trotzdem nicht.
8. Ist die Rose/Blume evtl ein Symbol für eine Frau? Oder geht es wirklich “nur” um Freundschaft? „Man darf den Blumen nicht zuhören, man muss sie anschauen und einatmen.“
Oho, nachgelesen:

In New York entstand im Jahr 1943 “Der kleine Prinz”. In diesem Werk ihres Ehemannes ist Consuelo – sowohl zwischen den Zeilen als in Saint-Exupérys Zeichnungen – allgegenwärtig: der von Vulkanen übersäte prinzliche Planet ist eine Anspielung auf ihre Heimat El Salvador und ihr feuriges Temperament; sie ist der ungezähmte Fuchs, die geheimnisvolle Schlange und die zierliche Silhouette des Kindes, das so schön zu erzählen weiß. Vor allem aber ist sie die so schöne, einzigartige Rose, die der kleine Prinz so sehr liebt und durch eine Glashaube zu schützen trachtet, während das Blumenfeld, das er auf seinem Ausflug auf die Erde entdeckt, Saint-Exupérys Untreue und seine Zweifel hinsichtlich seiner aus den Fugen geratenen Ehe widerspiegeln. [1]

Erwachsen?

Kannst du noch den Affen sehen oder ist es immer ein Mensch im Affenkostüm?

w/o

Hearing music all the time is a way of keeping your brain busy without thinking too much about yourself inside your world.

Na danke auch!

Da wiegt man sich sein halbes Leben lang in der Illusion, daß man im Gegensatz zu den meisten Leuten nicht von der Werbung vereinnahmt sei und dann passiert so etwas:

Ich befinde mich gerade auf der Zielgerade von Joachim Fests großartiger Hitler-Biographie und bin vorhin an der Stelle angekommen, die sich mit dem verstärkten Widerstand gegen Hitler im Jahre 1944 beschäftigt und damit logischerweise auch einige Sätze zu Stauffenberg verliert.

Da wird Stauffenberg vorgestellt, seine Bemühungen den Widerstand zu formieren werden beleuchtet und natürlich auch einige Originalzitate mit eingebaut. Und wessen Gesicht hab ich plötzlich vor meinem geistigen Auge gesehen?

Tom Cruise

Epic fail!

[file under: Zum Lachen in den Bunker gehen.]

Entwicklungserinnerungen

Die Erinnerungen an das Gefühl nach diesem Sommer sind noch immer stark. Ich war die gesamten 6 Wochen der Sommerferien mit meiner Mutter und dann meinem Vater in Griechenland unterwegs. Eine schöne Zeit. Denn in den letzten ruhigen Tagen dieser Ferien habe ich mich erinnert, wie ich vor diesen Wochen war – und ich hatte das Gefühl ein komplett anderer Mensch geworden zu sein.

Das ist natürlich übertrieben, aber ich hatte mich sicherlich nicht unerheblich weiterentwickelt. Ich konnte mich aber trotzdem noch erinnern, wie ich “früher” war und damit verifizieren, daß ich mich verändert hatte.

Das ist mir seit dem kaum noch passiert. Nach Frauengeschichten höchstens nochmal. Denn das sind ja meist doch intensivere Zeiten, wo eben mehr passiert.

Denn inzwischen kann ich mich nur noch an Grundzüge erinnern, in denen ich anders war bzw. was an mir anders war. Das kommt mit dem Erwachsen werden wohl direkt mit dem schnelleren Vergehen der Zeit in einem Packet geliefert.

Das macht das Erkennen der eigenen Entwicklung schwierig. Das Feedback fehlt. Ich weiß was du jetzt denkst: einmal im Jahr, vielleicht zum Geburtstag, drüber nachdenken, was man im vergangen eigentlich gemacht hat, was sich verändert hat, was man noch verändern möchte. So einigermaßen spontan fehlt mir schlicht die Erinnerung, muß ich gestehen, um dieses zu tun.

Ach, wie romantisch

“Wir liefen bereits Hand in Hand, ich zeigte ihr den Park, erzählte von den Drogendealern, wir gingen kurz zur Sehitlik-Moschee und setzten uns schließlich auf einen der letzten sonnigen Flecken.”

Hab das heute vormittag in mein Journal geschrieben. Wirkte beim nochmaligen Lesen dann doch etwas befremdlich…

Traumtest

Da die beiden Katzen, die ich zur Zeit bei mir zur Pflege habe, heute nacht ziemlich munter und aktiv waren wurde mein Schlaf bis zum Morgen mehrmals unterbrochen.

Einerseits bin ich deswegen noch immer etwas unausgeschlafen und grummelig, andererseits hatte das zur Folge, daß ich mich an einen Traum der heutigen Nacht erinnere, der mir bereits direkt nach dem Erwachen zu grübeln gegeben hat:

Die Umstände sind mir nicht mehr geläufig, doch aus irgendeinem Grund wurde mir im Traum ein kurzer Test vorgelegt im Rahmen irgendeiner Art von Bewertung.

Es waren 11 Fragen aus den verschiedensten Wissensbereichen, insgesamt würde man den Test wohl dem Bereich Allgemeinbildung zuordnen. Zu jeder Frage gab es vier Antwortmöglichkeiten zum Ankreuzen.

Auch die einzelnen konkreten Fragen und Antworten sind mir nicht im Gedächtnis geblieben, ich weiß jedoch noch, daß ich im Traum jede Frage und alle Antworten durchgelesen habe, bevor ich mich dann für eine Antwort entschied. Dabei habe ich mir sogar Zeit gelassen, ich stand unter keinerlei zeitlichem Druck.

Die Auswertung ergab, daß ich 8 von 11 Fragen korrekt beantwortet hatte, ein für mich recht typisches Abschneiden im oberen Mittelfeld, wenn ich mich nicht explizit auf ein Themengebiet vorbereitet habe.

Direkt im Anschluss an die Auswertung wachte ich einmal kurz auf, der Traum war mir noch klar und deutlich gegenwärtig.

An dieser Stelle fing ich an zu grübeln:

Mein Unterbewußtsein hat mir einen Test mit 11 Fragen sowie passenden Multiple Choice – Antworten vorgesetzt, mein Traumbewußtsein hat diese Fragen nach bestem Wissen und Gewissen beantwortet und die Auswertung meines Unterbewußtseins hat ergeben, daß 8 Antworten korrekt waren.

Warum also waren mir die korrekten Antworten nicht bekannt, wenn doch anscheinend mein Unterbewußtsein jede richtige Antwort kannte?

Ist das unterbewußte Wissen so verschieden vom bewußten?

Wurde im Traum einfach nur ein Abschneiden generiert, daß aus meiner bisherigen Lebenserfahrung als wahrscheinlich und glaubhaft erscheinen würde?

Was meint ihr?

Herbstlicher Wandel

Ich bin ein Mann des Wandels.

Jahr für Jahr setze ich mich an meinem Geburtstag in einen bequemen Sessel und denke in Ruhe darüber nach, wie sich mein Leben im letzten Jahr verändert hat, was ich für Fehler gemacht habe, was ich aus diesen Fehlern und allgemein gelernt habe, kurz: Wie ich mich verändert habe.

Sollte ich an einem Geburtstag feststellen, daß das letzte Lebensjahr für mich keinerlei Veränderung gebracht hat, so habe ich bereits vor Jahren beschlossen, daß ich ab diesem Augenblick meinem Leben eine neue Wendung geben wolle.

Bisher war das allerdings noch nicht notwendig.

Diese Einleitung hat so gut wie nichts mit dem Thema dieses Eintrages zu tun, sie soll nur verdeutlichen, für wie wichtig ich Veränderung erachte und wie sehr ich den Wandel in meinem Leben, meinem Lebensumfeld schätze.

Wie mir vor wenigen Tagen bewußt wurde beinhaltet das auch das Wetter.

Schon immer fühlte ich mich in den Jahreszeiten der Veränderung, Frühling und Herbst am wohlsten.

Sowohl der Winter als auch der Sommer können Spaß machen, sie bringen schließlich auch Abwechslung, jedoch sind sie immer die Extrempunkte, auf die die Veränderung zustrebt.

Den Winter kann ich noch recht gut etragen, egal wie kalt es ist, wenn man sich mehr und dicker anzieht geht jede Kältephase vorbei. Doch in der entgegengesetzten Richtung gibt es gewisse Grenzen, die im täglichen Leben nicht überschritten werden können.

So gibt es darum jedes Jahr einen Tag, an dem ich von Sonne und Wärme einfach die Schnauze voll habe und mir nichts sehnlicher wünsche als einen grauen, regnerisch-trüben Herbsttag bei nicht mehr als 20° Celsius.

Dieses Jahr kam dieser Zeitpunkt mitten während der Reisen, um genau zu sein in Paris.

Einer der Gründe, warum ich nach Paris praktisch nur noch nördlichere Städte angeflogen habe war der, daß ich einfach keine Lust darauf hatte mich sonniger Hitze auszuliefern!

Konsequenterweise führte mich mein Weg deswegen zum Abschluss in die nördlichst gelegene Stadt auf der Liste der anfliegbaren Destinationen: Stockholm!

Und tatsächlich sollte mich Schwedens Hauptstadt nicht enttäuschen:

Massige Wolkenbänder in allen denkbaren Graufstufen, milde Temperaturen, immer wieder einsetzende Regenschauer verschiedenster Intensität, ein scharfer Wind vom Meer, der das dunkle, zittrige Wasser zu tanzenden, hüpfenden Wellen auftürmte und auf dem Rasen von Skeppsholmen ein Geschenk:

Die erste, vom Baum heruntergefallene Kastanie!

Es gab Momente, da wäre ich am liebsten gar nicht wieder fortgegangen…

Drop dead, Jesus

Ich glaube, ich habe in der letzten Woche mehr Bilder von Jesus gesehen als in meinem gesamten bisherigen Leben. Die Uffizien, das Museo San Marco, mehrere Kirchen, der Louvre, sie alle sind voll von Jesusbildern!

Das Resultat ist eindeutig:
ICH KANN DEN KERL NICHT MEHR SEHEN!
Noch eine Anbetung der Könige oder der Hirten, eine Kreuzigung, eine Pietà, eine Madonna mit dem Kind, ein Abendmahl, eine Hochzeit zu Kanaa, Bergpredigt oder weiß der Geier was und ich konvertier zum Islam!

Glücklicherweise ist beim heutigen Besuch des Musée d’Orsay diese Gefahr eher gering.
Nochmal Glück gehabt…

Fasziniert in Florenz

Ich habe einmal zu einer Freundin gesagt, daß es zwei Dinge im Leben gibt, an denen ich zwar sehr interessiert bin, denen ich zugleich jedoch auch sehr skeptisch gegenüberstehe.

Das sind zum einen Frauen und zum anderen Religion.

In der Kirche St. Spirito in Florenz, die wir am Samstag besichtigten, wurde mir eine faszinierende Einsicht in die zweite Kategorie gewährt.

Ich war ein wenig im Seitenschiff herumgewandert und stand vor einer Seitenapsis mit einer Madonna vor einem Wandrelief von Giovanni Baratta mit dem Titel “L’Arcangelo Raffaelo e Tobiolo”.

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Neben mir bemerkte ich eine alte Italienerin, die in ihrer Tasche nach Münzen kramte. Sofort war meine Aufmerksamkeit geweckt, denn mir war bewußt, dass sie eine Kerze kaufen und vor der Madonna entzünden wollte. Das Entzünden einer Kerze in einer Kirche, so ist mir bekannt, ist ein häufig ausgeführtes christliches Ritual, doch bewußt mit angesehen hatte ich dieses Ritual bislang noch nie, ganz besonders nicht in einer katholischen Kirche.

DSC 0695Ich stellte mich leicht abseits neben sie, jedoch so, dass ich problemlos ihr Gesicht und ihre Handlungen sehen konnte, versuchte jedoch gleichzeitig dezent und nicht störend im Hintergrund zu bleiben. Denn das Beobachten eines religiösen Aktes ist in meinen Augen ein deutliches Eindringen in ihre Privatsphäre, die Neugierde jedoch überwog die Höflichkeit.

Gebannt sah ich ihr also zu, wie sie zwei Kerzen auswählte und zuerst die eine, dann die andere Kerze, leise Gebete sprechend, entzündete und feststeckte.

Anschließend sah sie auf zur Madonna, faltete die Hände, sprach nochmals ein Gebet leise vor sich hin, bekreuzigte sich und ging anschließend ruhig weiter.

Während ich meine Eindrücke noch festhielt ging eine junge Großmutter mit ihrer vielleicht 4 oder 5 Jahre alten Enkelin ebenfalls zur Madonna, gab der Kleinen ein paar Münzen, welche sich ebenfalls eine Kerze aussuchen und entzünden dürfte. Da der Halter für die Kerzen jedoch größer war als das Mädchen musste sie erst eine Stufe zur Madonna emporsteigen und zwischen Kerzenhalter und Madonna klettern, um dann in gestreckter Gestalt knapp an die brennenden Kerzen zu kommen.

Insgesamt zündete die Kleine drei Kerzen an, ihre Großmutter stand geduldig daneben, griff nicht ein, egal wie lange das Entzünden auch dauern sollte, sondern überliess diesen Akt vollständig ihrer Enkelin, an die sie dieses Ritual weitergab und verfestigte.

Gelebte Religion über drei Generationen hinweg, ich hätte nicht faszinierter sein können, wenn ich einem buddhistischen Ritual in einem japanischen Tempel beigewohnt hätte…

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Fotos von Georg