Archiv für die Kategorie 'Fundstücke'Seite 2 von 2

Urban change in Azerbaijan

Eine ehemalige Mitbewohnerin von mir ist gerade mit einem Freund und sehr gutem Fotografen in Baku, der Hauptstadt von Azerbaijan. Zusammen dokumentieren sie dort den Wandel der Stadt, denn diese verändert sich momentan sehr rapide. Durch den Fund von Öl wird dort gerade sehr viel Geld gemacht und Wolkenkratzer aus dem Boden gestampft. Dabei vergessen die Reichen gerne mal den Erhalt von schöner und alter Bausubstanz oder den Fakt, daß das Gebiet akut erdbebengefährdet ist. Äußerst spannendes Projekt was wirklich gut von den beiden in ihrem Blog dokumentiert wird: Urbanchange

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Foto von Sebastian Burger

Mind-boggling

True (or at least successful) art has to be mind-boggling. To see some, continue to read.

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Gefühlte Kunst

Wenn ich groß reich berühmt Tischler bin, möchte ich mal diesen Schreibtisch haben. Selbstgebaut natürlich.

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Foto von dalbera

Entworfen von Henry van de Velde (1898-99). Klassischer Jugendstil, wie ja nicht zu übersehen ist. Gesehen im Musée d’Orsay in Paris. Beeindruckend schön. Auch die anderen Jugendstilmöbel dort. Wobei ein ganzes Haus voll davon dann doch schnell zuviel werden würde. Mir ging nach der 5ten Sitzkombination und Bett im dem Stil dann doch die Pflanzerei aufs Gemüt. Klare gerade minimalistische Formen sind doch entspanneder. Oder eben dieser Schreibtisch in einem Bauhaus-Haus.

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Planen Sie einen terroristischen Anschlag?

Meine zukünftige Ex-Mitbewohnerin hat vor wenigen Tagen von der Familie eine Reise nach Australien geschenkt bekommen, bei der sie an der Hochzeit eines Cousins aus ihrer weitverzweigten Familie teilnehmen wird.

Also marschierte sie heute zur australischen Botschaft, um ein Visum zu beantragen. Als deutscher Staatsangehöriger muss man einen zweiseitgen Fragebogen ausfüllen, um dieses Visum zu erhalten. Nun ist meine Mitbewohnerin zwar in Berlin geboren und aufgewachsen, hat aber die kroatische Staatsbürgerschaft. Ihr Fragebogen war deswegen nicht zwei Seiten lang, sondern fünfzig!

Neben Fragen, in welcher Einheit sie denn im Balkankrieg gekämpft habe (sie war damals sieben…) und ob sie plane, Waffen nach Australien mitzubringen fand sich dort eben auch die Frage: “Planen Sie einen terroristischen Anschlag?”

Wie mir scheint können sich also die australischen Bürger entspannt zurücklehnen: Für ihre Sicherheit ist gesorgt, auf diese Art und Weise werden potenzielle Terroristen narrensicher aussortiert, bevor sie ins Land kommen!

Den Trick hätten sie den Amerikanern mal vor dem 11. September stecken sollen, dann sähe die Welt heute viel besser aus…

My name is Lisa

Wenn ein Blogeintrag im Grunde nur aus einem verlinkten YouTube-Video besteht finde ich das eigentlich ziemlich lahm.

Seis drum, dieser Kurzfilm ist einfach zu gut:

Zum Mitnehmen

Das verkündet seit ein paar Tagen ein Zettel, der 20 Meter von meiner Wohnung entfernt an einen Baum gepinnt wurde.

Als ich das erste Mal daran vorbeikam lagen nur noch ein paar Holzbretter davor, was auch immer ursprünglich dort gelegen haben mag war längt weg.

Heute lag an eben jener Stelle eine tote, geköpfte Taube.

Ob sie wohl Julia und ihrer Guillotine begegnet war?

The Hippie Trail is back!

Die Berliner Ringbahn ist immer für eine Überraschung gut: Seien es leere Bierflaschen, rauchende Handwerker, vor sich hinbrabbelnde Zeitgenossen, die Liebe seines Lebens (die man natürlich aussteigen lässt ohne sie angesprochen zu haben), großflächige Kotzeflecken, kaum gelesene Zeitungen oder hochbegabte musikalische Jungtalente; in der Ringbahn findet man sie alle!

Gestern abend lachte mich auf meinem Sitzplatz eine kleine Zeitschrift mit dem vielsagenden Titel ‘Backpackor Europe’ (nein, ich habe mich nicht vertippt) an, das darauf abgebildete Motiv eines braungebrannten, nur spärlich von einem G-String bedeckten Frauenhinterns lud zur Lektüre ein. Neben den vielen hochinteressanten und fundiert recherchierten Artikeln (“Is Prague the new Paris?”) war der wirkliche Höhepunkt dieser kostenlosen Zeitschrift jedoch eine der vielfältigen Werbeanzeigen, der dieser Eintrag seinen Titel verdankt. Get Happy…The Hippie Trail Is Back. Das OzBus-Team hat den berühmten Hippie Trail der 70er Jahre wieder aufleben lassen! Endlich kann man diese legendäre Reise wieder unternehmen, mithilfe ortskundiger Hilfe im modernen Reisebus, nur die Visa muss man sich selbst organiseren.

49 Tage und tausende Kilometer in einem Bus, wer wollte das nicht schon immer mal erleben? Zudem führt die Route durch abenteuerliches und legendäres Gelände, denn die Reise geht von Istanbul nach Kathmandu: Die Reise beginnt also in Istanbul, dem Tor zum Nahen Osten und führt einmal quer durch die Türkei, durch den südöstlichen Teil, und von dort aus weiter in den Iran. Wer mit der aktuellen politischen Lage in der Region nicht vertraut sein sollte, dem sei erläutert, daß die türkische Armee aktuell eine große Armeeoffensive im Nordirak gegen die Kurden abhält, weswegen diese mit Vergeltungsattentaten in der Türkei gedroht haben. Wir fahren natürlich mitten durch.

Weiter geht es durch den beschaulichen Iran, dessen Regierung in der Region gerade Oberwasser hat aufgrund der Schwächung des Irak, aufgrund des hohen Ölpreises aktuell auch ganz gut verdient und darum seinen diktatorischen Klammergriff ziemlich unangefochten über das iranische Volk aufrecht erhalten kann. Solange die USA oder Israel sich nicht doch spontan dazu entscheiden sollten ein paar Bomben auf das Land abzuwerfen also ein ruhiges und gemütliches Zwischenstück in der langen Reise.

Bei Zahedan wird der Iran verlassen, man fährt hinüber ins ebenso beschauliche Pakistan, dem einzigen islamischen Land der Welt, welches im Besitz von Atomwaffen ist und in dem President Musharaf sich eisern an der Macht festzuklammern versucht, was ihm Dank der USA zumindest aktuell noch gelingt, in dem Oppositionspolitiker gerne einmal durch Bombenanschläge getötet werden und in dessen Grenzregion zu Afghanistan, eben genau jener Region, durch die uns unsere Reise eine weite Strecke führt, die dortigen Stämme so gastfreundlich sind, daß sie wohl aktuell auch Osama Bin Laden Zuflucht gewähren.

An etwas Aufregung inzwischen natürlich schon gewöhnt, läßt es sich die Reiseleitung natürlich auch nicht nehmen ausgerechnet dort indischen Boden zu betreten, wo sich die für seine Wolle berühmte Region Kashmir erstreckt. Zwar betrachten sowohl Pakistan als auch Indien diese Provinz als ihr Territorium, es gab um diesen Landstrich bereits mehrere Kriege zwischen den beiden Ländern und gewaltätige Separatisten machen das Leben noch zusätzlich interessant, aber das schreckt unsere abgehärtete Abenteurer inzwischen schon längst nicht mehr!

Die Reise endet schließlich in der Hauptstadt Nepals: Kathmandu. Der dort bis 2006 andauernde Bürgerkrieg ist inzwischen beendet, die Monarchie erlebt zur Zeit ihre letzten Atemzüge und im April soll die Republik ausgerufen werden. Ob der König seine Macht wirklich einfach so abgeben und verschwinden wird sei dahingestellt…

Am Ende hat man eine Reise durch die aktuell wohl gefährlichsten und instabilsten Regionen unseres Planeten hinter sich gebracht, viel Sitzfleisch bewiesen und kann den Daheimgebliebenen viele spannende und lustige Geschichten über miterlebte Bombenattentate und Kontrollen in Krisengebieten erzählen sowie tolle Aufnahmen atemberaubender Landschaften sowie jahrtausenderalter Kulturgüter vorzeigen und wird endlich die wohl durchaus ernstgemeinte Frage aus der Werbeanzeige verstehen:

FEELING SUPER FREAKY?

Na dann:

Auf zum Hippie Trail!

Wann fahren wir, Georg?