Archiv für die Kategorie 'Bewegte Bilder'

Alice with/out Chains

Entgegen einiger abschreckender Urteile über die Neuverfilmung von Alice in Wonderland war ich heute im Kino um dieser Welt zu entfliehen. Genau dafür ist dieser Film grandios. Man muss sich auf die Fantasie, das Surreale, den Kitsch und die vergleichsweise einfache Handlung einlassen und kann dann wundervoll versinken. Die Bilder sind pompös und zu 90% Computergrafik, was man auch immer ein wenig sieht, aber trotzdem sehr beeindruckt. Der Detailgrad ist berauschend und man möchte überall gleichzeitig hinschauen. Die dritte Dimension auf der Nase verstärkt dies noch, auch wenn es stellenweise ein wenig wie Pappebenen in verschiedenen Tiefen aussieht (der Film wurde nur in 2D geschossen und später verdreideeisiert), erhöht es doch das Gefühl dabei zu sein. Der 3D-Effekt der Trailer der “echten” CG-Filme (Shrek, Toy Story, etc.) wirkte dagegen deutlich besser.

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Dafür hat dieser Film Jeanne d’Arc Alice, die in ihrer Rüstung erstaunlich sexy aussieht und auch sonst zu verzaubern versteht. Die weiße Königin und ihre Aufgesetzheit, sowie der Freudentanz des Depps funktionieren dagegen überhaupt nicht (ganz im Gegensatz zum großen Kopf der roten Königin). Aber das lässt sich verzeihen. Die Schaukelpferdinsekten lassen praktische alles entschuldbar erscheinen.

Und so hat mich dieser Film mit der Propagierung der Verrücktheit sehr fröhlich und zuversichtlich gestimmt. Wie realistisch diese Aufforderung ist, zeigt der Greenscreen. Auch finde ich es schwierig einen eigenen Mittelweg zu finden zwischen Fantasie und Wünschen mit ihren guten Seiten und der Realität mit der potentiellen Enttäuschung. Doch zumindest temporär kann man sich hier ganz der Fantasie von Tim Burton und seiner CG-Armee hingeben. Besonders, wenn der Film um 17 Uhr beginnt, denn dann wird man direkt in einen traumhaften Sonnenuntergang entlassen der diese Stimmung mit ins Bett trägt.

Whatever works

Hach. Großartig. Vielmehr möchte ich gar nicht verraten, aber das alleine überzeugt ja meistens nicht. Mist. Vielleicht noch ein Zitat:

- The observer influences the experiment. Just like…when my mother makes love to one of the guys she’s living with a certain way when they are alone, but when she’s in front of the other guy she does it differently.
- Is that Heisenberg? Had no idea he was so sexual.

Aber es gibt auch jede Menge Philosophie über Leben und Liebe. Und gute noch dazu.

Noch ne kleine Warnung: wenn man Woody Allen Filme nicht mag, wird man diesen vermutlich auch nicht mögen. Man merkt ihn schon. Aber das ist ja auch gut so. Er bringt es so auf den Punkt mit seinem Humor. Er übertreibt es auf so eine schöne Weise.

Also nichts weiter drüber lesen, einfach anschauen und danach drüber lesen. The way every movie should be viewed. You damn trailer junkies. Spoiling it for yourself. But, “whatever works. As long as you dont hurt anybody. Any way you can filch a little joy in this cruel dog eat dog pointless black chaos.”

Jason Mahoooooni

Na danke auch!

Da wiegt man sich sein halbes Leben lang in der Illusion, daß man im Gegensatz zu den meisten Leuten nicht von der Werbung vereinnahmt sei und dann passiert so etwas:

Ich befinde mich gerade auf der Zielgerade von Joachim Fests großartiger Hitler-Biographie und bin vorhin an der Stelle angekommen, die sich mit dem verstärkten Widerstand gegen Hitler im Jahre 1944 beschäftigt und damit logischerweise auch einige Sätze zu Stauffenberg verliert.

Da wird Stauffenberg vorgestellt, seine Bemühungen den Widerstand zu formieren werden beleuchtet und natürlich auch einige Originalzitate mit eingebaut. Und wessen Gesicht hab ich plötzlich vor meinem geistigen Auge gesehen?

Tom Cruise

Epic fail!

[file under: Zum Lachen in den Bunker gehen.]

Neu und ganz anders?

4F3D7E4D-C1E7-45A8-82A6-3840ABB32ABB.jpgIch mag Herrn Craig. Ich hasse diese bournschen Epileptiker-Schnitte. Ich mochte den Vorspann, visuell – akustisch nicht. Dabei war ich schon gefesselt, danach beim denken kam er mir ziemlich dünn vor. Ich mochte den öligen Hintern, leider etwas zu tod. Seit wann sind Brennstoffzellen so ein explosives Risiko? Und warum baut man in der Wüste nicht Photovoltaik? Die Klamotten der Frauen waren fast durchgehend urst hässlich. Vaio-Notebooks? Fords? Bescheuerter Titel. Die wichtigste Ressource der Erde. Sehr löblich, das als Thema zu nehmen, auch wenns nicht so recht zum Bondthema passt. Insgesamt eher für einen einfachen Heimkinoabend passend, nicht nötig ins Kino zu gehen. Und wenn, dann weit nach hinten setzen.
Überraschung: in unserem Dorfkino kam er auch im Original! Dafür aber auch viel zu laut.

Träumen

Warum mag der Stereotyp Frau den Stereotyp Liebesfilm? Warum mag der Stereotyp Mann diesen nicht? Ich weiß es nicht, denn ich kenne keine stereotypen Typen. Was ich weiß ist, daß ich Menschen (jaaa, meist Frauen) die Liebesfilme zum Träumen geschaut haben, meinem Blick tendenziell eher von oben auf sie fallen gesehen haben. Schaut man sich Telenovelas aber ein mal an, fühlt man sich doch wirklich etwas beleidigt. Die können doch nicht wirklich glauben, daß man das irgendwie ernst nehmen kann. Ich kann es nicht. Aber man kann seinen (oder ihren) Verstand ruhen lassen und sich in eine Eierkuchenwelt flüchten und für eine Zeit am Tag einfach davonlaufen.

Das Prinzip habe ich in den letzten Wochen dann doch mögen gelernt. Doch brauchte ich dazu (neben dem Bedürfnis) eine nicht ganz so leicht durchschaubare Umgarnung. pushing_daisies.jpg Pushing Daisies kam da gerade gut gelegen. Auch hier wird zwar am Ende alles gut, auch hier wird alles schön klar und ohne Zweifel und vollgepumpt mit Stereotypen dargestellt, die Musik ist teilweise erschreckend kitschig, auch hier gibt es genug zum träumen, doch ist es trotzdem lebensnäher und komplexer. Die Hauptfiguren haben Probleme die (nicht himmelweit aber doch merklich) über die Hausfrauenpsychologie (no offense) hinausgehen und sich nicht nur um Neid und Geld drehen (ich neige zu stereotypen, wie schrecklich). Es reicht doch deutlich tiefer, zwischenmenschlicher. Dazu die sehr fantastischen (wie in Fantasie) Bilder und etwas märchenhaften Geschichten, die wirklich schön verzwickten und skurrilen Mordfälle die nebenbei gelöst werden und die in meinem Kopf allgegenwärtige Idee der auf beiden Seiten existierende Liebe, die aber nur mündlich und gestisch ausgedrückt werden kann. So schrecklich und so schön und ergreifend zugleich.

Ich bin dem Flüchten jedenfalls aktuell recht stark verfallen und fürchte mich vor dem Ende meines Vorrats von Folgen. So relaxing.

The Big Bang Theory

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Foto von jc_derr

Die Story ist simpel wie nebensächlich: Zwei sehr nerdige Physiker wohnen zusammen in einer Wohnung. Gegenüber zieht eine hübsche Frau ein und der eine der beiden verschießt sich natürlich direkt in sie. Damit wäre das große Gerüst für die Serie gebaut, die kleinen ausfüllenden Szenen sind dabei aber der eigentliche Spaß an der Serie. (Wobei das Unsexy-Mann-versucht-tolle-Frau-zu-bekommen-und-schaffts-oder-doch-nicht-oder-doch-ja-nein-vielleicht-gleich-jetzt-nein-bittte-Thema bekannt und daher sehr gut nachvollziehbar und träumbar ist.)

Die Witze sind, sieht man einmal vom Lachen aus dem Off ab, das man bald zu überhören gelernt hat, genial geekig und nerdig. Dabei muß man, denke ich zumindest, aber kein solcher sein, um sie zu verstehen. Aber vielleicht um sie witzig zu finden. Ich weiß es nicht. Eine unnerdige Dame hat in meinem Beisein auch schon herzlich gelacht, daher denke ich, ist die Serie auch relativ massenkompatibel. Trotzdem für Nerds besonders zu empfehlen.

Wenn Dexter die Referenz für Spannung ist, ist The Big Bang Theory die Referenz für…aber sehr selbst…

Kostproben… ‘The Big Bang Theory’ weiterlesen