Autoren-Archiv für GeorgSeite 3 von 10

Denkbücher bitte

Aufgrund der Erfordernis von Konzentrationsfähigkeit und ausgeruhten Augen schaffe ich es äußerst selten mich zu einem Buch hinreißen zu lassen. Um die wenige Zeit mit Büchern wenigstens ordentlich zu nutzen bin ich auf der Suche nach Denkbüchern. Ich möchte nicht unterhalten werden, ich möchte etwas über mich und/oder das Leben lernen. Kategorie Steppenwolf (wobei diese Stimmung vorbei ist, aber von der Intensität her). Vorschläge bitte.

Not Frost

 

 

Habe das Video durch die Maschinenübersetzunge gejagt und es irrtümlicherweise als ein Gedicht über Väterchen Frost interpretiert. Mein russischer Kontakt stellte das dann richtig:

Yeah, this video is quite incredible, the boy(not a girl) is so emotional! Though you completely misunderstood the idea) It is not about Father Frost, it is about a man being simultaneously small, ridiculously tiny with his small unimportant life, small things he does, small things he has and the greatness of his death that is bigger than the Earth itself when a war comes(this is not the translation, it’s just an interpretation). It is written by Robert Rozhdestvensky, a Russian poet. Rozhdestvo is Xmas in Russian, so your mistake is justifiable) The way this boy reads this poem is especially moving taking into account his age, because you won’t expect a 4 or 5 year old child to understand something that philosophical, but there seems to be an absolute awareness in his manner, his voice, his gestures. Unbelievable.

Mehr ist dazu nicht zu sagen. Unbelievable.

[via]

Kontrolle

Ich hab Kontrolle satt!
Weil ich sie nie wirklich verliere,
und nie wirklich hab.

Kinderzimmer Productions – Von links nach rechts

Wörterkunde

Ostrock aus Rostock

Wörterkunde

genasführt, sich genasführt fühlen
Aus “Die dreissig tolldreisten Geschichten” von Balzac

The Knack

Muß ich mir jetzt Sorgen machen?

Das Spiel des Zafón

EA0B6A55-C32B-4007-B3F3-C155C3C1FB95.jpgDas erste Buch von Zafón, welches ich vor einigen Jahren las, hatte mich wirklich umgehauen. Es war eines dieser Bücher, das einen die komplette Umwelt vergessen lässt. Dazu kam, daß ich es mit einer guten Freundin (zu der Zeit gar Freundin) während eines Urlaubs in Barcelona las. Ähm, ja, es spielt in Barcelona. Eine sehr schöne Erinnerung, auch wegen der Zeit, die einfach wundervoll war.
Nun zu Weihnachten bekomme “ich” den Nachfolger des Buches geschenkt (jemand anderes war die Beschenkte, aber ich habe es mir gleich unter den Nagel gerissen). Nachfolger im Sinne von: zweites Buch des Autors. Ich fing noch während der Weihnachtsfeiertage an. Es enttäuschte mich ein wenig, daß es wiederum in Barcelona, wiederum im gleichen Millieu und wiederum im gleichen Stil eine Geschichte erzählte, die aber wiederum mein Gefallen fand. Denn je mehr man dieses Buch liest, desto mehr will man dieses Buch lesen. Der Sog ist unglaublich stark. Es ist wiederum so gut konstruiert, so gut durchdacht, erzeugt solche Stimmungen, daß man sich wünscht noch schneller lesen zu können, doch die Augen tun bereits weh.
Aus diesen Gründen des exzellenten Handwerks und der sehr großen Freude beim Lesen, finde ich es vollkommmen in Ordnung, diese scheinbaren Wiederholungen zu haben. Denn sie funktionieren so gut. Und leckeren Pudding macht man beim zweiten Mal ja auch nicht anders. Beim dritten oder vierten Mal sollte man dann eventuell mal darüber nachdenken, aber soweit ist es ja noch nicht.
Es hat jedenfalls dazu beigetragen mein Buchpensum des letzten Jahres (die Blechtrommel), dieses Jahr bereits am 5ten Januar erreicht zu haben.
(Ich habe es übrigens, wie ich es bei Filmen schon lange tue, im Original mit Untertiteln gelesen)

Entwicklungserinnerungen

Die Erinnerungen an das Gefühl nach diesem Sommer sind noch immer stark. Ich war die gesamten 6 Wochen der Sommerferien mit meiner Mutter und dann meinem Vater in Griechenland unterwegs. Eine schöne Zeit. Denn in den letzten ruhigen Tagen dieser Ferien habe ich mich erinnert, wie ich vor diesen Wochen war – und ich hatte das Gefühl ein komplett anderer Mensch geworden zu sein.

Das ist natürlich übertrieben, aber ich hatte mich sicherlich nicht unerheblich weiterentwickelt. Ich konnte mich aber trotzdem noch erinnern, wie ich “früher” war und damit verifizieren, daß ich mich verändert hatte.

Das ist mir seit dem kaum noch passiert. Nach Frauengeschichten höchstens nochmal. Denn das sind ja meist doch intensivere Zeiten, wo eben mehr passiert.

Denn inzwischen kann ich mich nur noch an Grundzüge erinnern, in denen ich anders war bzw. was an mir anders war. Das kommt mit dem Erwachsen werden wohl direkt mit dem schnelleren Vergehen der Zeit in einem Packet geliefert.

Das macht das Erkennen der eigenen Entwicklung schwierig. Das Feedback fehlt. Ich weiß was du jetzt denkst: einmal im Jahr, vielleicht zum Geburtstag, drüber nachdenken, was man im vergangen eigentlich gemacht hat, was sich verändert hat, was man noch verändern möchte. So einigermaßen spontan fehlt mir schlicht die Erinnerung, muß ich gestehen, um dieses zu tun.

Fakten aktualisieren

Als Kind kam ich durch meinen Vater erstmals mit Tracy Chapman in Kontakt. Fande die Musik damals schon schön, bis auf Behind the Wall bei dem sie ohne Musik singt. Damals habe ich den Text natürlich nicht verstanden, inzwischen verstehe ich aber, warum mir bei dem Lied immer unwohl wurde.


Discover Tracy Chapman!

Genauso naiv dachte ich auch, daß sie aus Afrika käme – sie ist ja auch schwarz. Und genau das habe ich bis gerade eben noch immer “gedacht”. Natürlich nur, weil ich diesen “Fakt” so angenommen hatte und seit dem nicht mehr darüber nachgedacht hatte. Eben beim Abwaschen hatte ich Zeit und es lief zufällig ihre Musik und ich dachte darüber nach. Natürlich ist sie Amerikanerin (in Ohio geboren), sonst wäre sie sicherlich nicht so berühmt geworden. Also: weiterdenken.

Gleichgültigkeit

Sie: Alexander, das ist schrecklich, in diesem Alter, solche Gleichgültigkeit gegen alles.

Er: Warum verwundert sie das, ma tante? Befreien sie sich für einen Moment von dem engen Horizont der sie umschließt. Betrachten sie das Leben, die Welt. Was soll das alles?

Aus Iwan Gontscharows Eine alltägliche Geschichte

Ich habe laut aufgelacht.