Meine liebe Tante ist Waldorflehrerin und ne tolle Person. Neulich fragte sie mich ein paar Dinge über unsere Generation, die ich zwar für mich als Einzelperson beantworten kann, doch fehlt mir ein bisschen der Überblick, wie der Rest meiner Generation das so sieht.
Wegen der new generation meine ich, dass ich es absolut spannend finde, von dir zu hören, was deine Freunde und dich so bewegt– also im Innersten echt bewegt! Seid ihr eher deprimiert von dem ganzen Mist, den Eure Eltern und Leute wie wir so verzapfen oder lebt ihr eure eigenen Werte, ohne euch zu sehr beirren zu lassen?
Ich wieß schon, dass das nicht so homogen sein kann, wie ich frage, aber siehst du da ne Tendenz?
Kannst du mir sagen, was für euch zählt? Wie wollt ihr eure kinder erziehen? Wollt ihr das eigentlich überhaupt, soll das der Staat, die Kindergärtnerinnen, die Schule tun? Habt ihr Fragen daran oder ist das noch zu weit weg?

Das sollten mal ganz andere Personen auch fragen… meine Antworten dazu kommen auf jeden Fall noch (ich vermute mal, die wolltest du damit forcieren!?)…. auch wenn das Klientel dieses Blogs wahrscheinlich wenig repraesentativ fuer die Masse ist. Aber welches ist das schon…
Richtig, Bitte an alle: eure Meinung :)
ich zähl mich hier mal nicht zum Standard-Klient dieses Blogs. Deine Frage ist aber auch recht umfassend. Wo soll man da anfangen mit antworten? Also ich bin zufrieden mit dem was durch durchaus starken Einfluss der Eltern- und Andere-einflussnehmende-Leute aus mir geworden ist. Wurde schon ordentlich gefüttert mit Wertvorstellungen und Verantwortungsbewusstsein. Klar gabs auch in früheren Zeiten Rebellionsphasen, die aber nicht sonderlich erfolgreich waren. Mit 15 wollte ich Pukn sein.
Bei meinen Kindern? Klar will man immer alles anders machen als es bei einem gemacht wurde, aber im Endeffekt wird man dann doch so. Das sehe ich z.B. daran, dass meine Eltern mich als Kind zu allerlei Outdoor-Aktivitäten genötigt haben und ich habe es gehasst! Heute mach ich so was durchaus gerne. Und das wird wohl über kurz oder lang auch meine Kinder ereilen.
Das klingt so als wäre das Thema Nachwuchs noch in großer Ferne nach deiner Vorstellung? Komisch, bei dem Altersvorsprung?… Na als Frau denkt man da vielleicht anders drüber. Immerhin ist die Frau schwanger und der Mann “nur” mit-schwanger. Sprich uns wird auch der körperliche Stress des Themas mit ereilen. Möge es in naher Zukunft nicht eintreten!
ich finde, deine liebe tante hat diese fragestellungen der “falschen” person, bzw einer, für diesen diskurs bereits irrelevanten generation, gestellt. jemand, der 10 jahre jünger ist, wäre eventuell geeingneter eine entsprechende stimmungslage wiederzugeben. mit ende 20 stellt man längst fest, wie sehr man sich, in bestimmten dingen, wie zb wertevorstellungen oder den sinn für familie, seinen eltern angleicht, was durchaus nicht negativ bewertet werden muss. vielleicht kann man retrospektiv darüber nachdenken, wie es so war, als man 16 jahre jung gewesen ist und versucht war, gegen das elterliche zusammenspiel anzukämpfen. dennoch, ich finde in meiner generation spielen ganz andere umstände noch mit rein, wenn ich hierbei betrachten darf, das ich in einer zeit erwachsen wurde, die von unheimlichen wendezeiten (und ich meine durchaus meine jugend um 94/95/96) geprägt war. nicht nur kämpfte man für die persönliche revolte gegen autorität, sondern zeitgleich kam die revolution noch immer auch von außen und man musste mit und um vieles ringen. sich an die wechselnden zeiten anzupassen war während des erwachsen-werdens nicht einfach. auch deswegen, weil ebenso die eltern sich zu wälzen hatten, gegen plötzliche arbeitslosigkeit, gegen finalen weggang alter freunde, gegen pendler-arbeit, die bedeutete 650 km zum arbeitsplatz zu fahren, um das ein elternteil alleine blieb im endlich erfüllten traum des gebauten hauses.
und so weiter und sofort. ich hab da mal ein buch drüber geschrieben. ich kann auch vorlesen…