Monatsarchiv für Januar 2009

Na danke auch!

Da wiegt man sich sein halbes Leben lang in der Illusion, daß man im Gegensatz zu den meisten Leuten nicht von der Werbung vereinnahmt sei und dann passiert so etwas:

Ich befinde mich gerade auf der Zielgerade von Joachim Fests großartiger Hitler-Biographie und bin vorhin an der Stelle angekommen, die sich mit dem verstärkten Widerstand gegen Hitler im Jahre 1944 beschäftigt und damit logischerweise auch einige Sätze zu Stauffenberg verliert.

Da wird Stauffenberg vorgestellt, seine Bemühungen den Widerstand zu formieren werden beleuchtet und natürlich auch einige Originalzitate mit eingebaut. Und wessen Gesicht hab ich plötzlich vor meinem geistigen Auge gesehen?

Tom Cruise

Epic fail!

[file under: Zum Lachen in den Bunker gehen.]

Wörterkunde

genasführt, sich genasführt fühlen
Aus “Die dreissig tolldreisten Geschichten” von Balzac

get ready!

yeah!

The Knack

Muß ich mir jetzt Sorgen machen?

Die Deutsche Bank und die Moral

Deutsche Bank Reflektion

Foto: Lichtbildner_64

Vor wenigen Tagen erzählte mir ein Kollege eine Geschichte aus der Zeit, als er noch als Bankkaufmann für die Deutsche Bank arbeitete:

Es war gerade die Zeit der Euro-Umstellung und in den Banken waren verstärkt Kassierer auch aus anderen Filialen im Einsatz um den Ansturm der Geldumtauscher zu bewältigen.

In der Spandauer Filiale hatten sie damals einen zeitweilig einen homosexuellen Kassierer zugeteilt bekommen. Jeder Kunde, der mehr als einen niedrigen 3-stelligen Betrag umtauschen wollte musste damals seinen Ausweise vorzeigen, um evtl. Geldwäsche einen Riegel vorzuschieben.

Ein älterer Herr betrat die Filiale, stellte sich in die Schlange, wartete bis er zum Kassierer treten dürfte und war vollkommen verärgert, daß er sich ausweisen müsse:

“Ich bin hier seit 26 Jahren Kunde in der Bank, jeder hier kennt mich, das ist einfach eine unheimliche Frechheit von Ihnen!” ‘Die Deutsche Bank und die Moral’ weiterlesen

Das Spiel des Zafón

EA0B6A55-C32B-4007-B3F3-C155C3C1FB95.jpgDas erste Buch von Zafón, welches ich vor einigen Jahren las, hatte mich wirklich umgehauen. Es war eines dieser Bücher, das einen die komplette Umwelt vergessen lässt. Dazu kam, daß ich es mit einer guten Freundin (zu der Zeit gar Freundin) während eines Urlaubs in Barcelona las. Ähm, ja, es spielt in Barcelona. Eine sehr schöne Erinnerung, auch wegen der Zeit, die einfach wundervoll war.
Nun zu Weihnachten bekomme “ich” den Nachfolger des Buches geschenkt (jemand anderes war die Beschenkte, aber ich habe es mir gleich unter den Nagel gerissen). Nachfolger im Sinne von: zweites Buch des Autors. Ich fing noch während der Weihnachtsfeiertage an. Es enttäuschte mich ein wenig, daß es wiederum in Barcelona, wiederum im gleichen Millieu und wiederum im gleichen Stil eine Geschichte erzählte, die aber wiederum mein Gefallen fand. Denn je mehr man dieses Buch liest, desto mehr will man dieses Buch lesen. Der Sog ist unglaublich stark. Es ist wiederum so gut konstruiert, so gut durchdacht, erzeugt solche Stimmungen, daß man sich wünscht noch schneller lesen zu können, doch die Augen tun bereits weh.
Aus diesen Gründen des exzellenten Handwerks und der sehr großen Freude beim Lesen, finde ich es vollkommmen in Ordnung, diese scheinbaren Wiederholungen zu haben. Denn sie funktionieren so gut. Und leckeren Pudding macht man beim zweiten Mal ja auch nicht anders. Beim dritten oder vierten Mal sollte man dann eventuell mal darüber nachdenken, aber soweit ist es ja noch nicht.
Es hat jedenfalls dazu beigetragen mein Buchpensum des letzten Jahres (die Blechtrommel), dieses Jahr bereits am 5ten Januar erreicht zu haben.
(Ich habe es übrigens, wie ich es bei Filmen schon lange tue, im Original mit Untertiteln gelesen)

Entwicklungserinnerungen

Die Erinnerungen an das Gefühl nach diesem Sommer sind noch immer stark. Ich war die gesamten 6 Wochen der Sommerferien mit meiner Mutter und dann meinem Vater in Griechenland unterwegs. Eine schöne Zeit. Denn in den letzten ruhigen Tagen dieser Ferien habe ich mich erinnert, wie ich vor diesen Wochen war – und ich hatte das Gefühl ein komplett anderer Mensch geworden zu sein.

Das ist natürlich übertrieben, aber ich hatte mich sicherlich nicht unerheblich weiterentwickelt. Ich konnte mich aber trotzdem noch erinnern, wie ich “früher” war und damit verifizieren, daß ich mich verändert hatte.

Das ist mir seit dem kaum noch passiert. Nach Frauengeschichten höchstens nochmal. Denn das sind ja meist doch intensivere Zeiten, wo eben mehr passiert.

Denn inzwischen kann ich mich nur noch an Grundzüge erinnern, in denen ich anders war bzw. was an mir anders war. Das kommt mit dem Erwachsen werden wohl direkt mit dem schnelleren Vergehen der Zeit in einem Packet geliefert.

Das macht das Erkennen der eigenen Entwicklung schwierig. Das Feedback fehlt. Ich weiß was du jetzt denkst: einmal im Jahr, vielleicht zum Geburtstag, drüber nachdenken, was man im vergangen eigentlich gemacht hat, was sich verändert hat, was man noch verändern möchte. So einigermaßen spontan fehlt mir schlicht die Erinnerung, muß ich gestehen, um dieses zu tun.