georgeous
(inspired by la.a)
Monatsarchiv für November 2008Seite 2 von 2
This is the tragic story of Blanca. Blanca loves art. This is troublesome, because Blanca doesn’t understand a thing about art.
Ich mag Herrn Craig. Ich hasse diese bournschen Epileptiker-Schnitte. Ich mochte den Vorspann, visuell – akustisch nicht. Dabei war ich schon gefesselt, danach beim denken kam er mir ziemlich dünn vor. Ich mochte den öligen Hintern, leider etwas zu tod. Seit wann sind Brennstoffzellen so ein explosives Risiko? Und warum baut man in der Wüste nicht Photovoltaik? Die Klamotten der Frauen waren fast durchgehend urst hässlich. Vaio-Notebooks? Fords? Bescheuerter Titel. Die wichtigste Ressource der Erde. Sehr löblich, das als Thema zu nehmen, auch wenns nicht so recht zum Bondthema passt. Insgesamt eher für einen einfachen Heimkinoabend passend, nicht nötig ins Kino zu gehen. Und wenn, dann weit nach hinten setzen.
Überraschung: in unserem Dorfkino kam er auch im Original! Dafür aber auch viel zu laut.
die schönheit des tages_sonn wertschätzen lernen, ich. tut gut.
Gestern fand ich auf dem Platz hinter der Ecke am Park ein kleines unscheinbares Gerät. Bei ebay würde der Zustand als neuwertig durchgehen. Die eine abgebrochene Ecke fiel mir erst zuhause auf. Die Beschriftung war kryptisch, doch nicht klingonisch. Und so fand ich alsbald heraus, daß es sich um eine Zeitmaschine handeln müsse. In Verbindung mit einem Gegenstand oder einer Person konnte man so die persönliche Zeit dessen verändern. Man stelle sich nur vor, welche Möglichkeiten sich ergaben! Verschimmeltes Essen wiederbeleben. Nie mehr auf die unreife Banane warten müssen. Die Zimmerpflanzen direkt in den Tod schicken anstatt sie langsam verdursten zu lassen. Die tolle, aber zu junge Frau ins passende Alter katapultieren. Die alten Bremsbeläge einfach wieder erneuern. Den Gaspreis auf ein zimmererwärmendes Niveau senken. Die gelbe Flüssigkeit in der Flasche wieder zu Birnensaft verwandeln. Oder die verrostete Göttin vom Schrottplatz fabrikneu zaubern. Spaß haben eben.
Doch verriet mir das Symbol mit der durchgestrichene Zwei, daß ich all diese Annehmlichkeiten nicht würde genießen können. Denn ich hatte nur einen Schuss. Also mußte etwas großes, dauerhaftes her: Ich. Wäre es nicht wunderbar das Leben noch einmal von vorne beginnen zu können? Mit dem Wissen, was man sich inzwischen erworben hat? Und so war es entschieden. Ich stellte das Gerät auf “Alter: 3 Tage”,hielt es mir ans Gesicht und drückte ab. Kein Geräusch. Nur leichte Benommenheit. Blick nach rechts: Zimmer, der Zettel mit der Telefonnumer meiner Mutter: noch da. Blick nach links: meine Hand mit dem Gerät. Was? Wie kann ich denn als 3-Tage-Menschch die Zeitmaschine halten? Es hatte nicht geklappt. Ich war enttäuscht. Raus aus dem Fenster mit dem Teil! Erst versprechen und dann nicht halten. Wie Blicke von Frauen mit Freunden.
Was bleibt, um sich von der Enttäuschung zu erholen? Alles abwaschen. Also ab ins Bad, Wasser einlassen, aus Vorfreude ein Schluck Wasser ins Gesicht. Doch was war das da im Spiegel? Natürlich! Warum war ich nicht selbst darauf gekommen? Das Gerät hatte meinen Bart als ein Individuum betrachtet.
“Du hast aber abgefahrene Reifen!” sagte der Clown im nebenherfahrendem Auto zum Besitzer der blau-grün-rot-gestreiften Fahrradmänteln, während diese die aktuelle Fahrgeschwindigkeit anzeigten. Seine 25 Kollegen nickten zustimmend hinter den Scheiben des Polos.
Warum mag der Stereotyp Frau den Stereotyp Liebesfilm? Warum mag der Stereotyp Mann diesen nicht? Ich weiß es nicht, denn ich kenne keine stereotypen Typen. Was ich weiß ist, daß ich Menschen (jaaa, meist Frauen) die Liebesfilme zum Träumen geschaut haben, meinem Blick tendenziell eher von oben auf sie fallen gesehen haben. Schaut man sich Telenovelas aber ein mal an, fühlt man sich doch wirklich etwas beleidigt. Die können doch nicht wirklich glauben, daß man das irgendwie ernst nehmen kann. Ich kann es nicht. Aber man kann seinen (oder ihren) Verstand ruhen lassen und sich in eine Eierkuchenwelt flüchten und für eine Zeit am Tag einfach davonlaufen.
Das Prinzip habe ich in den letzten Wochen dann doch mögen gelernt. Doch brauchte ich dazu (neben dem Bedürfnis) eine nicht ganz so leicht durchschaubare Umgarnung.
Pushing Daisies kam da gerade gut gelegen. Auch hier wird zwar am Ende alles gut, auch hier wird alles schön klar und ohne Zweifel und vollgepumpt mit Stereotypen dargestellt, die Musik ist teilweise erschreckend kitschig, auch hier gibt es genug zum träumen, doch ist es trotzdem lebensnäher und komplexer. Die Hauptfiguren haben Probleme die (nicht himmelweit aber doch merklich) über die Hausfrauenpsychologie (no offense) hinausgehen und sich nicht nur um Neid und Geld drehen (ich neige zu stereotypen, wie schrecklich). Es reicht doch deutlich tiefer, zwischenmenschlicher. Dazu die sehr fantastischen (wie in Fantasie) Bilder und etwas märchenhaften Geschichten, die wirklich schön verzwickten und skurrilen Mordfälle die nebenbei gelöst werden und die in meinem Kopf allgegenwärtige Idee der auf beiden Seiten existierende Liebe, die aber nur mündlich und gestisch ausgedrückt werden kann. So schrecklich und so schön und ergreifend zugleich.
Ich bin dem Flüchten jedenfalls aktuell recht stark verfallen und fürchte mich vor dem Ende meines Vorrats von Folgen. So relaxing.

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