Monatsarchiv für September 2008

Live from the crime scene

Deutschland:

Wie wir gerade erfahren haben wurde Deutschland zum Schauplatz eines der größten musikalischen Verbrechen der letzten Jahre:

Ein legendärer Song der Band Metallica, The Unforgiven, wurde von der deutschen Sängerin Stefanie Heinzmann auf brutalste und herzloseste Weise zerstückelt und ausgeweidet.

Verkopft.de erreichte ein Video der Täterin. Zuschauer über 14 Jahre seien gewarnt vor dem verstörenden Inhalt der folgenden Bilder:

Dagegen

Morgen kommen die Handwerker zu uns in die Wohnung, um die Küche zu renovieren. Toll wie meine Mitbewohner sind, bin ich der Einzige der da ist – zumindest um sie rein zu lassen, denn dafür muß ich meinen Feierabend schon um eine Stunden nach hinten verschieben. Dazu kommt die Gefahr, daß die Bauarbeiter, ganz alleine gelassen, wie ich, auf blöde Gedanken kommen, wie ich, und Gegenstände mitnehmen, die nicht ihnen gehören, nicht so wie ich. Doch was dagegen tun, wenn das Schloss in der Zimmertür komplett verharzt ist und auch kein Schlüssel zur Verfügung steht? Richtig: aufschrauben, sauber machen und aus einem Löffel einen Dietrich bauen.

Dietrich_klein.jpg

Sie sollen nur kommen, die Tiger, mit ihren Krallen.

Näher dran

Ich fühle mich beim Radfahren schon sehr nah an mir und der Welt. Aber wenn man praktisch nur kleine Rollen unter den Füßen hat, mit den Händen die Straße streichelt und dabei noch soviel Kapazitäten übrig hat den anderen Typen zu filmen ohne gegen einen Baum zu fahren, kann man sich wohl kaum lebendiger fühlen.
[HD]

Bastard – Casting

Wie inzwischen vermutlich jeder mitbekommen hat wird der neue Quentin Tarantino – Film ‘Inglorious Bastards’ mit Brad Pitt in der Hauptrolle ab Oktober hier in Berlin gedreht.

Da ich weder beim Anblick von Brad Pitt dahinschmelze noch ein Tarantino-Fanboy bin hat mich diese Nachricht zwar gefreut, aber ansonsten nicht weiter berührt.

Als ich jedoch durch die Fünf Filmfreunde erfuhr, daß für den Film noch einige Komparsen gesucht werden und ich feststellte, daß ich dem gesuchten Typus ziemlich nahe komme dachte ich, dies könne doch eine ganz nette Abwechslung zu meinem normalen Broterwerb sein.

‘Bastard – Casting’ weiterlesen

Typisch Griechisch

Der Sohn eines alten Freundes meines Vaters. Kann ich natürlich nur unterstützen. HD.

Das Gute am Schlechten

Durch the Dark Knight, der uns nach Manchester geführt hat, bin ich eben dort auf einen Film gestoßen, der in einer Ausstellung namens GuerillaGardening lief.

991225765_5d9df241cf_o.jpg

Foto: azrainman

Es geht um Kuba. Dort begann 1990 die sogenannte Special Period, ausgelöst durch den Zusammenbruch der Sowjetunion. Diese versorgte bis dahin Kuba nahezu alleine mit Öl und stellte diese Lieferungen ein. Dadurch brach die komplette Landwirtschaft auf Kuba zusammen, da mehr oder weniger moderne Maschinen zur Landwirtschaft genutzt wurden. Eine Lebensmittelknappheit entstand und die Leute wurden kreativ. Sie fingen an auf jedem freien Quadratmeter Erde auf dem Land, aber auch in der Stadt, Essen anzupflanzen. Es wurden (zwangsweise) keine chemischen Pestizide mehr genutzt sondern biologische entwickelt. Das Wissen der Bauern wurde plötzlich für eine breite Masse interessant und der Bauer ein gut bezahlter Beruf. Sie finden wieder an mit Ochsen die Äcker zu pflügen, was für die Erde sehr viel besser ist (keine Kompression durch die schweren Trecker).

Weiterhin hatte es natürlich große Auswirkung auf die Transportmittel. Fahrräder wurden in großen Mengen importiert, die Universitäten und Schulen wurden geteilt, um die Anfahrtswege für die Menschen möglichst kurz zu halten. LKWs wurden zu Bussen umfunktioniert.

Inzwischen ist 80% der Landwirtschaft in Kuba ökologisch und nachhaltig. Städte versorgen sich teilweise komplett, teilweise zu einem sehr hohen Prozentsatz selbst mit Lebensmitteln aus der Umgebung. Es entstanden Gemeinschaften die den Armen und Bedürftigen helfen. Die entwickelten biologischen Pestizide werden inzwischen in die ganzen Welt exportiert.

Aus dieser Geschichte habe ich ziemlich Hoffnung geschöpft. Wenn die Ölvorkommen irgendwann einmal erschöpft sein werden, wird das sicher auch Krieg bringen, aber auch ein ursprünglicheres, weniger abgehobenes Leben, was für mich nach einem sehr hohen Lebenswert klingt.

Kuba | Sonderperiode | Peak Oil | How Cuba survived Peak Oil

Wer den Film sehen möchte…
‘Das Gute am Schlechten’ weiterlesen

Traumtest

Da die beiden Katzen, die ich zur Zeit bei mir zur Pflege habe, heute nacht ziemlich munter und aktiv waren wurde mein Schlaf bis zum Morgen mehrmals unterbrochen.

Einerseits bin ich deswegen noch immer etwas unausgeschlafen und grummelig, andererseits hatte das zur Folge, daß ich mich an einen Traum der heutigen Nacht erinnere, der mir bereits direkt nach dem Erwachen zu grübeln gegeben hat:

Die Umstände sind mir nicht mehr geläufig, doch aus irgendeinem Grund wurde mir im Traum ein kurzer Test vorgelegt im Rahmen irgendeiner Art von Bewertung.

Es waren 11 Fragen aus den verschiedensten Wissensbereichen, insgesamt würde man den Test wohl dem Bereich Allgemeinbildung zuordnen. Zu jeder Frage gab es vier Antwortmöglichkeiten zum Ankreuzen.

Auch die einzelnen konkreten Fragen und Antworten sind mir nicht im Gedächtnis geblieben, ich weiß jedoch noch, daß ich im Traum jede Frage und alle Antworten durchgelesen habe, bevor ich mich dann für eine Antwort entschied. Dabei habe ich mir sogar Zeit gelassen, ich stand unter keinerlei zeitlichem Druck.

Die Auswertung ergab, daß ich 8 von 11 Fragen korrekt beantwortet hatte, ein für mich recht typisches Abschneiden im oberen Mittelfeld, wenn ich mich nicht explizit auf ein Themengebiet vorbereitet habe.

Direkt im Anschluss an die Auswertung wachte ich einmal kurz auf, der Traum war mir noch klar und deutlich gegenwärtig.

An dieser Stelle fing ich an zu grübeln:

Mein Unterbewußtsein hat mir einen Test mit 11 Fragen sowie passenden Multiple Choice – Antworten vorgesetzt, mein Traumbewußtsein hat diese Fragen nach bestem Wissen und Gewissen beantwortet und die Auswertung meines Unterbewußtseins hat ergeben, daß 8 Antworten korrekt waren.

Warum also waren mir die korrekten Antworten nicht bekannt, wenn doch anscheinend mein Unterbewußtsein jede richtige Antwort kannte?

Ist das unterbewußte Wissen so verschieden vom bewußten?

Wurde im Traum einfach nur ein Abschneiden generiert, daß aus meiner bisherigen Lebenserfahrung als wahrscheinlich und glaubhaft erscheinen würde?

Was meint ihr?

Berlin, 20. September 2008:

Während ich wie üblich zur Tour aufbreche rings um uns herum großes Gewusel, geschwenkte Flaggen, kleinere und größere Grüppchen, die sich zusammenfinden und an uns vorbeiziehen. Namen und Symbole linksorientierter Parteien und Gruppierungen werden geschwenkt, immer wieder unterbrochen von der Regenbogenflagge mit dem weißen PACE – Aufdruck.

Eine recht große Friedensdemonstration zieht durch die Innenstadt und kreuzt dabei leider auch mehrmals unseren Weg.

Am Gendarmenmarkt scheint der Endpunkt des Demonstrationszuges zu sein, eine große Bühne ist aufgebaut und beschallt den Platz mit Bob Marley, kleine Stände sind aufgebaut, auf denen vor allem linke Lektüre (Marx ist Muss!) verteilt wird, zwei alte Frauen halten Bilder hoch, auf denen eine leidgeplagte Frau weinend einen Grabstein umklammert.

Friedensdemonstrationen an sich genießen durchaus meine Sympathie, nur dass sie als Medium zur linken Propaganda benutzt werden bereitet mir ziemliche Bauchschmerzen. Für mich ist Marx nicht Muss, sondern im Gegenteil nur Stuss, die inhaltliche Verknüpfung zur Idee der Friedensbewegung ist in meinen Augen nicht gegeben, wenn alles in einen Topf geschüttet wird kommt daher ein ziemlich ungenießbares Gebräu als Ergebnis heraus.

Wir verlassen den Gendarmenmarkt gerade noch rechtzeitig, bevor der große Demonstrationszug auf dem Platz ankommt, ich muss nicht mehr gegen Bob Marley anschreien und freundlicherweise sind die Straßen ringsherum für den Autoverkehr gesperrt, so daß wir flott weitergehen können.

Kurz vor dem Bebelplatz werden einige versprengte Häufchen von Demonstranten von einer losen Polizeikette freundlich, aber bestimmt in Richtung Gendarmenmarkt gedrängt. Während ich noch überlege, ob ich genauer hinhören möchte, was die Leute da skandieren (einzig der Reim Staat / Patriarchat erreicht bewußt mein Gehirn) spricht mich einer der Herren in Grün bereits an, wo wir denn bitteschön hinwollen, doch bevor ich noch recht antworten konnte fällt der Blick seines Kollegen bereits auf mein Namensschild und wir werden als harmlose Touristengruppe erkannt und auf den Platz gelassen.

Diese Vorlage nutze ich, um meiner belustigten Gruppe kurz ein paar grundlegende Dinge über Gruppendynamik zu erzählen, z.B. die Tatsache, daß ab etwa 11 Personen Menschen anfangen als Gruppe zu denken und zu handeln und nur noch vermindert als Individuen agieren, was die Grundlage dafür ist, daß aus friedlichen Demonstrationen plötzlich blutrünstige Mobs werden und dass ein geschickter Anheizer/Propagandist/Führer dies bewußt zu lenken und zu steuern vermag, was die Grundlage der großen totalitären Bewegungen des 20. Jahrhunderts gewesen ist.

Hört man sich heute eine aufgezeichnete Rede Adolf Hitlers an wundert man sich, wie Zeitzeugen vom großen Charisma des Führers schwärmen konnten. In einer Masse mehrerer tausend Menschen hatten seine Reden aber nunmal eine ganz andere Wirkung.

Um meine Aussagen zu unterstreichen und zu belegen probiere ich mein Führer-Charisma sogleich einmal aus und hetze meine Gruppe dazu auf, die verschandelnde Bionade-Werbung vom Gerüst an der ehemaligen Königlichen Bibliothek herunterzureißen.

Zu meinem Bedauern rennen die Leute aber nicht los, sondern brechen nur in lautes Gelächter aus.

Da muss ich wohl nochmal ein bißchen dran arbeiten…

Bescheidenheit

Hat man etwas nicht ganz alltägliches getan oder auch geschafft, beglückwünscht der eine oder andere einen dann doch mal dazu. Bis jetzt hatte ich versucht dabei eher cool und ruhig zu bleiben – ich wollte kein großes Aufsehen darum machen. Doch wirkt das nach Außen eher in Richtung hochnäsig und “na ist mir doch egal”. Obwohl dem ja gar nicht so ist. Die vorhandene Freude raus lassen, lächeln wie es kommt, keine Ich-bin-der-Größte-Tänze und keine Sebastian-Löb’sche Gleichgültigkeit. Authentisch eben. Wirkt sehr viel angenehmer. Was für eine Erkentniss. Doch neigt man bei dieser Gesellschaft dann doch dazu sich solche Ticks anzueignen.

(Yes, wieder erfolgreich auf die böse Gesellschaft geschoben, bin stolz auf mich.)

3 Reisen in einer

Der Faktenaustausch zwischen reisenden, üblicherweise Gespräch genannt, ist fast immer der erste Schritt um mit einer Person in Kontakt zu kommen. Ich komme hier her, fahre da hin, mache das, heiße so, schlafe nur auf der linken Seite weil mein linkes Bein kürzer ist als das rechte und esse nur Dinge ohne Seele. Oder so. Nach einer Weile des Reisens stellt sich so eine gewisse Gesprächsmüdigkeit ein. Man hat einfach keine Lust mehr alles nochmal zu erzählen und auch die Fakten der anderen Person interessieren nicht wirklich. Denn eigentlich möchte man sich ja unterhalten, den Menschen kennen lernen. Durch das Erlangen des Faktenwissens erreicht man zwar eine grobe Einschätzung der Tätigkeiten der Person, doch die Person selbst bleibt verborgen.

Neulich abend in Linz (Österreich) kam eine Gespräch zustande, welches ich als ein wirklich solches zählen würde. Ich wurde von meinem Couchsurfing-Host zu einer kleinen Party mit seinen pakistanischen Freunden eingeladen. Es gab sehr leckeren Reis mit Hühnchenkeule. Ich lernte Reis mit Fingern zu essen, denn so macht man das eben in Pakistan, und sog den Hauch von Ferne, den die Gewürze auf meiner Zunge hinterließen, mit großen Zügen ein.

‘3 Reisen in einer’ weiterlesen