Als ich neulich morgen gut gelaunt durch die Sicherheitsüberprüfung in Berlin Tegel spazien wollte, ging es etwas anders zu als erwartet. Das Vorgehen nach über 12 Flügen in 4 Wochen hatte ich inzwischen schon verfeinert: Portmonaie, Schlüssel, Musik etc sind in einer Gürteltasche gelagert, sonst befindet sich alles im Rucksack und nichts in den Hosentaschen. Schnell noch den Gürtel abmachen (denn in Tegel sind sie besonders pingelich, wogegen sie der Gürtel in Köln/Bonn gar nicht stört) und druchgehen. Wunderbar, ich bin sauber. Jetzt noch kurz auf den Rucksack warten. Doch da schaut der Mann mit den Röntgenaugen skeptisch: “Was ist denn das da unten links in ihrem Rucksack?”. Ich schaue auf den Monitor. Durch die ungewohnte Optik und das Packen am frühen Morgen viel mir ersteinmal nicht ein, was das sein könnte, und so sagte ich: “Weiß ich auch nicht”.
“Ohh, das war die falsche Antwort.” Die Roten Lampen gingen an, ein durchdringendes Alarmgeräusch durchzog das Flughafengebäude und eine Stimme aus dem Off sagte: “Wir bitten alle Fluggäste sich unverzüglich zu den Ausgängen zu begeben, das Flughafengelände wird evakuiert”. Ähm, ja, ganz so schlimm war es dann doch nicht, aber der Satz fiel wirklich, die Tür zur Sicherheitskontrolle wurde geschlossen, die Sicherheitsmannschaft ein wenig aufgestockt und eine weitere Meinung zu dem Röntgenbild dazugezogen. Die Tasche zu öffnen und einfach nachzuschauen war ihnen wohl zu einfach (oder zu gefährlich, könnte ja gleich explodiadaorien). Denn es sah wirklich ein wenig nach einem Handy aus, an das ein Kabel angeschlossen ist, daß dann direkt zu einem Detonationskörper (Plastiksprengstoff?) führen könnte. Das es sich um ein GPS und kein Handy handelte konnte ich schon sagen, aber das komische Ding, was da raus schaute…
Mein Gehirn wurde dann so langsam wieder systematisch und ich überlegte, welche Seite es sei und wo ich was reingelegt hatte, und so erkannte ich ein Ladegerät auf der einen Seite (dem ich kurz die Schuld zuschieben wollte), und erinnerte mich dadurch an mein kleines Stativ, daß ich schon den kompletten Urlaub herumschleppte und welches noch nie als gefährlich eingestuft wurde. Denn dies besteht zwar nur aus Kunststoff, doch hat es eben einen kleinen Metallstift zum festschrauben der Kamera, welche durch die unglückliche Lage eben genau in das GPS hereinragte (zumindest optisch) und mir so am frühen Morgen Spaß und Spannung mit den blauen (wirklich freundlichen und auch lustigen) Männern bescherte.
Und wo wir schon bei der Sicherheit bei Flügen sind, lass ich dazu gleich mal meinen Senf ab. Es ist ja schon einigermaßen sinnvoll die Leute zu überprüfen, ob sie nun Messer oder Schusswaffen bei sich tragen. Aber eigentlich ist es das gleiche wie die Installation von Überwachungskameras. Vielleicht wird die eine oder andere Straftat dadurch nicht begangen (oder an einem anderen Ort begangen), aber wirklich sicher machen tut es das Fliegen bzw den Ort nicht. Es vermittel lediglich ein Gefühl der Sicherheit. Denn man stelle sich das Szenario vor, daß sich ein zorninger selbstbewußter Mann mit einer simplen Funkgerät oder nur einem (modifiziertem) Handy ins Cockpit begibt und behauptet im aufgegeben Gepäck befinde sich eine Bombe, die sich mit diesem Handy oder dem Funkgerät fernzünden ließe. Natürlich wird auch das aufgegebene Gepäck durchleuchtet, doch kann ich mir nicht vorstellen, daß der Pilot es riskieren würde (oder dürfte) sich darauf zu verlassen, daß der Mann blufft. Denn vielleich haben die Männer mit den Röntgenaugen diesmal doch nicht so genau hingeschaut haben oder der Mann hat einfach ein nicht als solches erkennbares Gerät zur Zündung gebaut. Und somit hätte dieser Mann sich einen Freiflug nach seiner Wahl erarbeitet.
Disclaimer: Diese Gedanken wurden von professionellen Stuntdenkern auf abgesperrten Nervenwegen gedacht! Don’t try this at home on your flight!

Na großartig, Georg!
Dank dir und deines tollen Eintrages hier wird unser Blog und vermutlich auch wir bis an unser Lebensende von BND, Verfassungsschutz und vermutlich auch noch der NSA überwacht werden.
Ich hoffe, du bist stolz auf dich…
hehe, stumpfe ‘Massenpanik’ und Politiker, die sich dieser annehmen sind schon was tolles.