Das Paarungsverhalten geschlechtsreifer Backpacker

Wir hielten uns von Sonntag bis Mittwoch abend in Manchester im Hatters Hostel auf.

Egal zu welcher Uhrzeit wir in den Aufenthaltsraum des Hostels kamen, immer saß dort ein junger Italiener mit einem Freund und flirtete (scheinbar auch recht erfolgreich) mit möglichst allen anwesenden Frauen. Etwas anderes schien er nicht zu tun.

Man merkte schnell, daß er sich als Platzhirsch ansah, als Alphamännchen.

Heute, am letzten Tag hatten sich 2 deutsche Mädels an den Nebentisch im Aufenthaltsraum gesetzt und wie das bei gleichsprachigen Touristen nunmal so ist, wir kamen ins Gespräch, die gemeinsame Sprache zugleich erstes Verbindungsglied.

Georg fing das Gespräch an, ich stieg auch mit ein und bald darauf redeten wir mit den zu diesem Zeitpunkt einzigen beiden Mädchen im Raum. Nun waren sie beiweitem nicht die hübschesten oder interessantesten Mädchen im Hostel, doch in diesem Moment gab es eben keine anderen Frauen, mit denen sich unser Italian Stallion hätte die Zeit vertreiben lassen können.

Die Bühne für die Menschliche Komödie war bereitet:

Langsam erhob er sich von seinem Sofa und schlenderte gelangweilten Blickes durch den Raum in Richtung Küche. Beim Vorbeigehen versuchte er wie nebenbei ihre Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, was ihm jedoch nicht gelang.

Nun war sein Ehrgeiz geweckt, er konnte gar nicht mehr anders, als ihre Aufmerksamkeit von uns ab- und auf ihn selbst hinzulenken.

Dabei ging er ganz präzise und zielgerichtet vor, man war der Überzeugung einer Medienbeilage eines Lehrbuch zum Aufreißen zuzuschauen.

Also drängelte er sich zwischen uns hindurch, setzte sich direkt neben eines der Mädels und versuchte das Gespräch an sich zu ziehen mit ein paar Sprüchen.

Da wir auch nicht sehr engagiert im Gespräch waren und ich sogar viel faszinierter von dem gebotenen Schauspiel war hielten wir nicht gegen und überließen ihm das Feld.

Also scherzte und flirtete er, was das Lehrbuch hergab bis plötzlich das spanische Mädchen, mit dem er die letzten Tage (und möglicherweise auch Nächte) verbracht hatte, in den Aufenthaltsraum kam, so dass er sich plötzlich auch noch mit anderen Leuten unterhalten musste, um im absoluten Zentrum der Aufmerksamkeit zu bleiben.

Zunächst verlor er die Aufmerksamkeit der beiden Mädels, die sich dann wieder mit uns beiden unterhielten und dann verließ auch das bewußte spanische Mädchen den Raum, so daß er sich wieder außerhalb jedweder Konversation fand und sich mit einem Freund unterhielt.

Die beiden Mädels fingen an ihre Sachen umzupacken und um sich wieder in den Mittelpunkt legte er sich einfach einmal quer über ihre auf dem Boden verteilten Sachen, was sie mit gespielt empörten Gekicher quittierten.

Doch da das spanische Mädchen bald darauf in den Raum zurückkehrte stand er bald darauf wieder auf, schnappte sich seine Gitarre und fing an auf ihr herumzuklimpern bis er wieder ihre Aufmerksamkeit errungen hatte.

Da war die Welt also wieder in Ordnung und er konnte ganz entspannt einen weiteren Abend seines Lebens verschleudern…

Falls ihr euch fragen solltet:

Ja, ich schaue mir gern das Balzverhalten von Tieren im Zoo und in freier Wildbahn an…

1 Kommentar zu “Das Paarungsverhalten geschlechtsreifer Backpacker”


  1. 1 Joe

    Oh man… wie klein muss das Ego und wie anstrengend das Leben sein ;)

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