Monatsarchiv für August 2008

WG-Tip

Kleiner Tip für das friedliche WG-Leben, abgeschaut in Kopenhagen: Mit Namen gekennzeichnete Wäscheklammern werden in der Küche zur Verfügung gestellt und an dreckiges Geschirr geklemmt, wenn es nicht sofort abgewaschen wird. So weiß man von wem es ist, und das sich derjenige bewußt ist, daß er es noch abwaschen muß. So wäscht jeder seins ab und alle sind glücklich und haben sich lieb.

Herbstlicher Wandel

Ich bin ein Mann des Wandels.

Jahr für Jahr setze ich mich an meinem Geburtstag in einen bequemen Sessel und denke in Ruhe darüber nach, wie sich mein Leben im letzten Jahr verändert hat, was ich für Fehler gemacht habe, was ich aus diesen Fehlern und allgemein gelernt habe, kurz: Wie ich mich verändert habe.

Sollte ich an einem Geburtstag feststellen, daß das letzte Lebensjahr für mich keinerlei Veränderung gebracht hat, so habe ich bereits vor Jahren beschlossen, daß ich ab diesem Augenblick meinem Leben eine neue Wendung geben wolle.

Bisher war das allerdings noch nicht notwendig.

Diese Einleitung hat so gut wie nichts mit dem Thema dieses Eintrages zu tun, sie soll nur verdeutlichen, für wie wichtig ich Veränderung erachte und wie sehr ich den Wandel in meinem Leben, meinem Lebensumfeld schätze.

Wie mir vor wenigen Tagen bewußt wurde beinhaltet das auch das Wetter.

Schon immer fühlte ich mich in den Jahreszeiten der Veränderung, Frühling und Herbst am wohlsten.

Sowohl der Winter als auch der Sommer können Spaß machen, sie bringen schließlich auch Abwechslung, jedoch sind sie immer die Extrempunkte, auf die die Veränderung zustrebt.

Den Winter kann ich noch recht gut etragen, egal wie kalt es ist, wenn man sich mehr und dicker anzieht geht jede Kältephase vorbei. Doch in der entgegengesetzten Richtung gibt es gewisse Grenzen, die im täglichen Leben nicht überschritten werden können.

So gibt es darum jedes Jahr einen Tag, an dem ich von Sonne und Wärme einfach die Schnauze voll habe und mir nichts sehnlicher wünsche als einen grauen, regnerisch-trüben Herbsttag bei nicht mehr als 20° Celsius.

Dieses Jahr kam dieser Zeitpunkt mitten während der Reisen, um genau zu sein in Paris.

Einer der Gründe, warum ich nach Paris praktisch nur noch nördlichere Städte angeflogen habe war der, daß ich einfach keine Lust darauf hatte mich sonniger Hitze auszuliefern!

Konsequenterweise führte mich mein Weg deswegen zum Abschluss in die nördlichst gelegene Stadt auf der Liste der anfliegbaren Destinationen: Stockholm!

Und tatsächlich sollte mich Schwedens Hauptstadt nicht enttäuschen:

Massige Wolkenbänder in allen denkbaren Graufstufen, milde Temperaturen, immer wieder einsetzende Regenschauer verschiedenster Intensität, ein scharfer Wind vom Meer, der das dunkle, zittrige Wasser zu tanzenden, hüpfenden Wellen auftürmte und auf dem Rasen von Skeppsholmen ein Geschenk:

Die erste, vom Baum heruntergefallene Kastanie!

Es gab Momente, da wäre ich am liebsten gar nicht wieder fortgegangen…

Sicherheitskontrolle mit Sonderbehandlung

Als ich neulich morgen gut gelaunt durch die Sicherheitsüberprüfung in Berlin Tegel spazien wollte, ging es etwas anders zu als erwartet. Das Vorgehen nach über 12 Flügen in 4 Wochen hatte ich inzwischen schon verfeinert: Portmonaie, Schlüssel, Musik etc sind in einer Gürteltasche gelagert, sonst befindet sich alles im Rucksack und nichts in den Hosentaschen. Schnell noch den Gürtel abmachen (denn in Tegel sind sie besonders pingelich, wogegen sie der Gürtel in Köln/Bonn gar nicht stört) und druchgehen. Wunderbar, ich bin sauber. Jetzt noch kurz auf den Rucksack warten. Doch da schaut der Mann mit den Röntgenaugen skeptisch: “Was ist denn das da unten links in ihrem Rucksack?”. Ich schaue auf den Monitor. Durch die ungewohnte Optik und das Packen am frühen Morgen viel mir ersteinmal nicht ein, was das sein könnte, und so sagte ich: “Weiß ich auch nicht”.

“Ohh, das war die falsche Antwort.” Die Roten Lampen gingen an, ein durchdringendes Alarmgeräusch durchzog das Flughafengebäude und eine Stimme aus dem Off sagte: “Wir bitten alle Fluggäste sich unverzüglich zu den Ausgängen zu begeben, das Flughafengelände wird evakuiert”. Ähm, ja, ganz so schlimm war es dann doch nicht, aber der Satz fiel wirklich, die Tür zur Sicherheitskontrolle wurde geschlossen, die Sicherheitsmannschaft ein wenig aufgestockt und eine weitere Meinung zu dem Röntgenbild dazugezogen. Die Tasche zu öffnen und einfach nachzuschauen war ihnen wohl zu einfach (oder zu gefährlich, könnte ja gleich explodiadaorien). Denn es sah wirklich ein wenig nach einem Handy aus, an das ein Kabel angeschlossen ist, daß dann direkt zu einem Detonationskörper (Plastiksprengstoff?) führen könnte. Das es sich um ein GPS und kein Handy handelte konnte ich schon sagen, aber das komische Ding, was da raus schaute…

Mein Gehirn wurde dann so langsam wieder systematisch und ich überlegte, welche Seite es sei und wo ich was reingelegt hatte, und so erkannte ich ein Ladegerät auf der einen Seite (dem ich kurz die Schuld zuschieben wollte), und erinnerte mich dadurch an mein kleines Stativ, daß ich schon den kompletten Urlaub herumschleppte und welches noch nie als gefährlich eingestuft wurde. Denn dies besteht zwar nur aus Kunststoff, doch hat es eben einen kleinen Metallstift zum festschrauben der Kamera, welche durch die unglückliche Lage eben genau in das GPS hereinragte (zumindest optisch) und mir so am frühen Morgen Spaß und Spannung mit den blauen (wirklich freundlichen und auch lustigen) Männern bescherte.

Und wo wir schon bei der Sicherheit bei Flügen sind, lass ich dazu gleich mal meinen Senf ab. Es ist ja schon einigermaßen sinnvoll die Leute zu überprüfen, ob sie nun Messer oder Schusswaffen bei sich tragen. Aber eigentlich ist es das gleiche wie die Installation von Überwachungskameras. Vielleicht wird die eine oder andere Straftat dadurch nicht begangen (oder an einem anderen Ort begangen), aber wirklich sicher machen tut es das Fliegen bzw den Ort nicht. Es vermittel lediglich ein Gefühl der Sicherheit. Denn man stelle sich das Szenario vor, daß sich ein zorninger selbstbewußter Mann mit einer simplen Funkgerät oder nur einem (modifiziertem) Handy ins Cockpit begibt und behauptet im aufgegeben Gepäck befinde sich eine Bombe, die sich mit diesem Handy oder dem Funkgerät fernzünden ließe. Natürlich wird auch das aufgegebene Gepäck durchleuchtet, doch kann ich mir nicht vorstellen, daß der Pilot es riskieren würde (oder dürfte) sich darauf zu verlassen, daß der Mann blufft. Denn vielleich haben die Männer mit den Röntgenaugen diesmal doch nicht so genau hingeschaut haben oder der Mann hat einfach ein nicht als solches erkennbares Gerät zur Zündung gebaut. Und somit hätte dieser Mann sich einen Freiflug nach seiner Wahl erarbeitet.

Disclaimer: Diese Gedanken wurden von professionellen Stuntdenkern auf abgesperrten Nervenwegen gedacht! Don’t try this at home on your flight!

So mag ich Realismus

Urban change in Azerbaijan

Eine ehemalige Mitbewohnerin von mir ist gerade mit einem Freund und sehr gutem Fotografen in Baku, der Hauptstadt von Azerbaijan. Zusammen dokumentieren sie dort den Wandel der Stadt, denn diese verändert sich momentan sehr rapide. Durch den Fund von Öl wird dort gerade sehr viel Geld gemacht und Wolkenkratzer aus dem Boden gestampft. Dabei vergessen die Reichen gerne mal den Erhalt von schöner und alter Bausubstanz oder den Fakt, daß das Gebiet akut erdbebengefährdet ist. Äußerst spannendes Projekt was wirklich gut von den beiden in ihrem Blog dokumentiert wird: Urbanchange

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Foto von Sebastian Burger

Die Essenz des Erlebens

Was mir diese Reise neben Allgemeinbildung, Ortskenntnis, Selbstbewußtsein und Organisationskönnen vor allem beigebracht hat ist, daß ich kein Tourist bin. Einfach Städte und ihre Straßenzüge anzuschauen bringt mir nur wenig mehr, als die Fotos eben dieser Plätze zu sehen. Museen bzw ihre Kunstwerke erreichen mich nur in Spezialfällen, und diese sind nahezu ausschließlich auf der Gefühlsebene. Was mich wirklich reizt, ist etwas zu erleben, etwas zu tun. Ich möchte mich Berge hochquälen, um sie runtersausen zu können, nachts verboten im geschlossenen Park herumspazieren, mit spannenden Menschen, oder gar Frauen, in Kontakt kommen, die Natur genießen oder im kalten Wasser baden gehen. Eine Stadt mit ihren Straßen nehme ich stark rational auf, verkopft eben. Doch die wahre Essenz des Lebens erlebe ich so nicht. So sehr ich über das Leben nachdenke, der Sinn dieses Nachdenkens ist doch schlußendlich nur, solche beschriebenen Dinge zu erleben und nicht, nachgedacht zu haben.

Das Paarungsverhalten geschlechtsreifer Backpacker

Wir hielten uns von Sonntag bis Mittwoch abend in Manchester im Hatters Hostel auf.

Egal zu welcher Uhrzeit wir in den Aufenthaltsraum des Hostels kamen, immer saß dort ein junger Italiener mit einem Freund und flirtete (scheinbar auch recht erfolgreich) mit möglichst allen anwesenden Frauen. Etwas anderes schien er nicht zu tun.

Man merkte schnell, daß er sich als Platzhirsch ansah, als Alphamännchen.

Heute, am letzten Tag hatten sich 2 deutsche Mädels an den Nebentisch im Aufenthaltsraum gesetzt und wie das bei gleichsprachigen Touristen nunmal so ist, wir kamen ins Gespräch, die gemeinsame Sprache zugleich erstes Verbindungsglied.

Georg fing das Gespräch an, ich stieg auch mit ein und bald darauf redeten wir mit den zu diesem Zeitpunkt einzigen beiden Mädchen im Raum. Nun waren sie beiweitem nicht die hübschesten oder interessantesten Mädchen im Hostel, doch in diesem Moment gab es eben keine anderen Frauen, mit denen sich unser Italian Stallion hätte die Zeit vertreiben lassen können.

Die Bühne für die Menschliche Komödie war bereitet:

Langsam erhob er sich von seinem Sofa und schlenderte gelangweilten Blickes durch den Raum in Richtung Küche. Beim Vorbeigehen versuchte er wie nebenbei ihre Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, was ihm jedoch nicht gelang.

Nun war sein Ehrgeiz geweckt, er konnte gar nicht mehr anders, als ihre Aufmerksamkeit von uns ab- und auf ihn selbst hinzulenken.

Dabei ging er ganz präzise und zielgerichtet vor, man war der Überzeugung einer Medienbeilage eines Lehrbuch zum Aufreißen zuzuschauen.

Also drängelte er sich zwischen uns hindurch, setzte sich direkt neben eines der Mädels und versuchte das Gespräch an sich zu ziehen mit ein paar Sprüchen.

Da wir auch nicht sehr engagiert im Gespräch waren und ich sogar viel faszinierter von dem gebotenen Schauspiel war hielten wir nicht gegen und überließen ihm das Feld.

Also scherzte und flirtete er, was das Lehrbuch hergab bis plötzlich das spanische Mädchen, mit dem er die letzten Tage (und möglicherweise auch Nächte) verbracht hatte, in den Aufenthaltsraum kam, so dass er sich plötzlich auch noch mit anderen Leuten unterhalten musste, um im absoluten Zentrum der Aufmerksamkeit zu bleiben.

Zunächst verlor er die Aufmerksamkeit der beiden Mädels, die sich dann wieder mit uns beiden unterhielten und dann verließ auch das bewußte spanische Mädchen den Raum, so daß er sich wieder außerhalb jedweder Konversation fand und sich mit einem Freund unterhielt.

Die beiden Mädels fingen an ihre Sachen umzupacken und um sich wieder in den Mittelpunkt legte er sich einfach einmal quer über ihre auf dem Boden verteilten Sachen, was sie mit gespielt empörten Gekicher quittierten.

Doch da das spanische Mädchen bald darauf in den Raum zurückkehrte stand er bald darauf wieder auf, schnappte sich seine Gitarre und fing an auf ihr herumzuklimpern bis er wieder ihre Aufmerksamkeit errungen hatte.

Da war die Welt also wieder in Ordnung und er konnte ganz entspannt einen weiteren Abend seines Lebens verschleudern…

Falls ihr euch fragen solltet:

Ja, ich schaue mir gern das Balzverhalten von Tieren im Zoo und in freier Wildbahn an…

The Dark Knight

Ich hätte nicht gedacht, daß ich jemals einen Film 6 Monate vor seiner Veröffentlichung herbeisehnen würde.

Ich hätte nicht gedacht, daß ich jemals wegen einem Film spontan nach England fliege, weil eben jener Film dort lange vor dem Deutschlandstart im Kino zu sehen ist.

Ich hätte nie gedacht, daß ich mir einen Film gleich nach dem Schauen spontan noch einmal angucken würde, weil ich ihn so großartig finde!

Vor allem jedoch hätte ich nie gedacht, daß Georg dabei an meiner Seite sein würde! ;)

Darum an dieser Stelle ein spontanes Dankeschön an einen großartigen Mitreisenden, der mich jederzeit zum Tränen lachen bringt, aber auch problemlos zur Weißglut treiben kann, der mich Geduld lehrt, dem ich Menschenfreundlichkeit beibringe und der mich auch nach jahrelanger Freundschaft noch zu überraschen vermag, wenn er auf die scherzhaft gemeinte Frage, ob wir den Film gleich noch einmal gucken wollen nickend zustimmt!

Auf dich, Georg!

Salzburg

Nachdem wir die Nacht auf unseren Rucksäcken schlafend im Flughafen Hannover herumgebracht hatten, stiegen wir schlaftrunken in den Flieger nach Salzburg. Wunderbare Panoramen bei idealem Wetter blieben zumindest mir und meiner Kamera leider verwehrt, denn ich verschlief nahezu den gesamten Flug mit der Kamera in der Hand. Gerade Salzburg selbst mit den Bergen im Hintergrund hätte sicherlich wunderbar am frühen Morgen bei stahlblauem Himmel ausgesehen. Jetzt beim Abflug, auf den wir gerade warten, regnet es Hunde und Katzen und ich hoffe das Flugzeug lässt sich davon nicht stören.

Aber zurück zur Ankunft. Nachdem der Kerosingeruch sich verflüchtigt hatte, wehte uns ein Geruch von frisch gemähtem Gras entgegen – Mitten auf dem Flughafen. Doch dieser hielt sogar in der Stadt an. Eine wunderbare Begrüßung. Das olfaktorisch versprochene Grün wurde dann auch prompt von der Stadt geliefert – es gibt einen großen Park, weite Teile des Salzburg durchfließenden Flusses sind grün umrandet und von Radwegen gesäumt, die auch fleißig genutzt werden. Die elektirschen Oberleitungsbusse, die man kaum hört und die nicht stinken, tragen ihren Teil zum Grün bei.

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Die Stadt selbst ist ähnlich alt wie die italienischen Altstädte, sieht aber doch deutlich deutscher und rechtwinkliger aus und hat nicht so kleine und verwinkelte Gassen, was dem deutschen Ordnungssinn irgendwie zugute kommt.

Unsere Herberge war zum ersten Mal ein waschechtes klassisches Hostel. Schon recht stark massenoptimiert, aber dennoch sehr freundlich und gutaussehend (Rezeption und Küche) und nahezu rein englischsprachig kam es daher. Denn die Gäste kommen aus aller Welt nach Salzburg, nur Deutsche oder deutschsprachige sind kaum darunter. Warum? Nicht etwa weil diese so reisefaul seien (ich vermute in Wien wird Anteil wieder größer sein), sonder wegen eines Filmes. Denn in der ganzen Welt ist “The Sound of Music” aus den 60er Jahren ein Klassiker, den fast jedes ehemalige Kind kennt. Und just dieser englischsprachige Film spielt eben komplett in Salzburg. So gibt es, wie in Neuseeland die Lord-of-the-rings-touren, in Salzburg eben Sound-of-music-Rundfahrten zu den Drehorten in und um Salzburg. Der 3-stündige Film wird im Hostel jeden Tag einmal gezeigt. Es ist ein typischer 60-er Jahre Film (wie unerwartet) in dem auch Audrey Hepburn die Hauptrolle hätte spielen können. Die naive und unerfahrene junge (und hübsche) Nonne wird auf einen Haushalt mit 7 Kindern, einem ehemaligen Offizier und keiner Frau losgelassen, womit das romantische Abenteuer, unterstützt durch naziinduzierte Spannung, seinen Lauf nehmen kann, sie ihn heiratet, die Kinder sie Mama nennen und die Bösen besiegt werden. Das ganze aber eben noch “unterstützt” von diversen Singeinlagen die dem einen gefallen, dem anderen eher uberkitschig erscheinen mögen.

Der eben durch diesen in Deutschland nahezu unbekannten Film (der angeblich 80% des Tourismus in Salzburg erzeugen soll) sehr hohe Anteil an ausländischen Reisenden führt soweit, daß die deutschen Mitarbeiter die deutschen Worte (“deposit”) vergessen und sogar charmante, mit französischem Akzent behaftete, Englischsprecherinnen ohne Deutschkenntnisse eingestellt werden. Gar deutsche Radiosender unterhalten auf Englisch.

Neben den Touristen gibt es aber auch noch weitere Sehenswürdigkeiten. Klassische wie die Burg (nein, sie schmeckt nicht salzig, wenn man an ihr leckt), die diversen Kirchen und Klöster, die Seen in der Nähe, das Salzbergwerk, die Katakomben und natürlich die Berge. Da wir diese aber nicht so spannend empfanden und lieber das gute Wetter mit intensivem Nichtstun verbrachten, entdeckten wir ein kleines (aber gar nicht so kleines) Kino (“Das Kino”, immerhin 6,50€ ermäßigter Eintritt), welches eine schmale Masse mit gut ausgesuchten Filmen, im Original gezeigt, anzieht. Direkt daneben befindet sich ein Cineastischer Laden bei dessen Filmauswahl ich ebenfalls bei jedem zweiten dachte: den kenn ich, der ist echt gut und bei der anderen Hälfte:ach, den wollte ich schon lange mal sehen (bei der Gelegenheit sei erwähnt, daß ich, wie wir festgestellt haben, viele Mainstreamklassiker noch nicht gesehen habe. Zwar kenn ich “Der Prozess” von Orsen Wells oder Hana-Bi, doch Léon der Profi oder den Godfather habe ich noch nicht gesehen). Von fernöstlichen bis hin zu nahdeutschen Klassikern und Neoklassikern gibt es dort alles von einem eingefleischtem Filmfan zu kaufen – oder auch zu leihen. Leider kann man nicht direkt im Laden wohnen, sondern muß sich in der Stadt eine eigene Wohnung suchen.

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Ich fande es ebenfalls sehr angenehm mal wieder große Berge in unmittelbarer, aber doch radunfreundlicher Entfernung zu sehen. Ohne möchte ich nicht mehr wohnen. Und großes, zumindest aber Wasser überhaupt sollte auch vorhanden sein. Baden im Sommer sollte kein Luxus sein. Von daher qualifiziert sich Salzburg doch recht gut. Gerade auch wegen der Nähe zu Linz, wo es eine Fotoschule gibt, die noch von mir besichtigt werden wird. Ob es hier Industrie im richtigen Bereich gibt gilt es allerdings noch zu überprüfen.

Abschließend sei gesagt, daß die Touristen für Wohnhafte sicherlich ebenso nervig sind wie in Weimar, Mozartkugeln zwar lecker nach Nougat und Marzipan schmecken, aber doch nicht den Rummel wert sind, der um sie gemacht wird: die Kombination dieser beiden leckeren Zutaten gibt es auch in Baumform zu günstigeren Preisen und, daß der österreichische Akzent so nah an Bayern gerade noch akzeptabel ist.

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Musik am Montmartre

Die Butte Montmartre ist die höchste natürliche Erhebung in Paris, von den obersten Stufen der Treppe, die die 130 Höhenmeter hinauf zur Basilika Sacré-Cœur führt, hat man einen wundervollen Überblick über die Stadt.

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Dementsprechend viele Touristen treiben sich dort herum, der Ort ist von unzähligen Büchern, Kunstwerken und Filmen mystifiziert. Allen Stadien von Beziehungen, von der ersten Verabredung über Heiratsanträge bis hin zu tränen- und wortreichen Trennungen, bietet dieser Platz eine öffentliche Bühne.

Auf dem am dichtesten besetzten Treppenabschnitt hatte sich gestern abend auch eine Band postiert, 4 junge Schwarze, die dort mit Gitarre, Mikrofon und Boxen standen und beliebte Lieder von sich gaben. Die Palette von Liedern reichte sogar recht weit, bei vielen Liedern wurde mitgeklatscht und mitgesungen und auch eine Gruppe junger Damen stellte sich zwischendurch spontan vors Mikrofon.

Vor uns stand eine Familie indischen/pakistanischen Ursprungs, bevor der Großteil der Kinder ausschwärmte.

Die jüngste Tochter jedoch blieb bei ihrem Vater, fing spontan an zu tanzen und versuchte ihrem Vater ein paar Tanzschritte beizubringen:

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Der jedoch war davon augenscheinlich nicht so begeistert und recht froh, als die restlichen Kinder wieder zurückkamen und die Kleine von anderem abgelenkt wurde…

Fotos von Georg

Dieser Eintrag ist schon älter, wir sind aber jetzt erst dazu gekommen ihn zu veröffentlichen.