Eine abrupte Steilküste bildet den Übergang vom Atlantik nach Nordspanien. Vom Flugzeugfenster aus erhalten wir plötzlich einen wunderbaren Überblick über die bergige spanische Küste, die überraschend grüne, lebendig-abwechslungsreiche Landschaft.
Vom Flughafen aus nehmen wir den Bus nach San Sebastian, auf der Fahrt bestätigt sich der erste Eindruck, das Klima ist sehr ausgewogen, es ist angenehem warm, aber nicht zu heiß, die Sonne scheint freundlich vom Himmel herab, ein erfreulicher Kontrast zum regengrauen Berliner Morgenhimmel.
San Sebastian ist ein kleines Küstenstädten mit dem wohl schönsten Stradtstrand ganz Spaniens, gelegen an einer ‘La Concha’, die Muschel genannten Bucht, die von kleinen Bergen eingerahmt ist.
Im 19. Jahrhundert wurde die Stadt königlicher Badeort, als die damalige spanische Königin auf Anraten ihres Arztes zu einer Seekur an der Atlantikküste überzeugt wurde. Ihre Wahl fiel auf San Sebastian, bis heute hat sich die Stadt ihren Charakter erhalten, ist vor allem nicht vom Massentourismus überlaufen.
Georg und ich sind in einer sympathischen kleinen Pension untergekommen, wobei erst unter viel Gelächter und Unterstützung der Tochter die Sprachbarriere überwunden werden musste, denn weder mein Spanisch noch ihr Englisch waren ausreichend, doch letztlich sind wir überein gekommen. Die Pension ist eigentlich eine umgebaute Wohnung, die Besitzer selbst wohnen noch dort in einem eigenen Bereich, das Einzige was zur Perfektion fehlt wäre eine gemeinsam genutzte Küche.
Auch der Strand und die kilometerlange Uferpromenade sind erstaunlicherweise fast vollkommen frei von den üblichen Souvenirverkäufern, Klimbimläden und schmierigen Frittenbuden, wir sitzen entspannt auf den Befestigungen am äußersten Rand der Bucht , Wind und Wellen branden gegen die Felsen, die salzig-feuchte Luft erodiert langsam, aber sicher die Kunstinstallation Windkämmen von Eduardo Chillida.
Vor uns erstreckt sich das Panorama der Bucht, die Sonne versinkt langsam über dem Meer. Dort, wo das funkelnde Licht der nahenden Sonne auf das Meer auftrifft entzündet sich ein silbriges Feuer, eine brennende Lichtspur, die sich bis zum Horizont erstreckt und dort abrupt, ja geradezu scharfkantig vom Himmel abgetrennt wird.
Langsam versinkt die Sonne, der Himmel zerfließt in orange-goldene Farbtöne, wird dunkler, intensiver, die Glut der Sonne tanzt übers Meer bis die letzten Lichttupfer die Stadt verlassen und uns in der beginnenden Nacht zurücklassen.
Ein paar Minuten sitzen wir noch am Rand des Meeres, in Gedanken rezitiere ich den Lobgesang der Erzengel auf die Schöpfung aus dem ‘Prolog im Himmel’ von Goethes Faust, dann brechen wir auf und machen uns auf den Rückweg in die Stadt…
Fotos von Georg




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