Da man mit einer (Foto-)Kamera so schöne Zeitraffer in großer Auflösung machen kann, tat ich dies und hatte Spaß dabei.
Zwei davon gibt es nach nach dem Klick.
Klack.
Klick.
Klack.
Klick.
Klick.
Monatsarchiv für Juni 2008
Bedeutung:
Jemandem in letzter Minute einen reindrücken. / Im allerletzten Moment eine Situation drehen.
Umgangssprachliche Redewendung, die während der Fußball-Europameisterschaft 2008 aufkam, nachdem die türkische Mannschaft drei Spiele in Folge erst im letzten Augenblick gedreht und gewonnen hatte, bevor sie dann im Halbfinale gegen Deutschland ausschied.
Als ich zum allerersten Mal das Stück ‘Ballad for the Unborn’ vom Esbjörn Svensson Trio gehört habe bin ich vor wundersamen Erstaunen regelrecht erstarrt.
Es war, als wäre die ganze Schönheit der Welt zusammengekommen, um in einem einzigen Stück, in ein paar Minuten der Harmonie zusammenzufließen.
Fünfeinhalb Minuten voll zauberhafter Melancholie, voller Träume und Hoffnungen, fünfeinhalb Minuten des reinen Glücks.
Dieses eine Stück reichte aus, um mein Herz für immer an Esbjörn Svenssons Musik zu verlieren.
Ich kann die Stunden nicht zählen, die seine Musik mich in meinem Leben begleitet hat.
Als sein Trio das letzte Mal zu Gast war in Berlin hatte ich überlegt, ob ich hingehe solle, hatte mich aber dagegen entschieden, weil mir das damalige Album nicht so gut gefiel wie frühere Werke.
Ich hatte mir fest vorgenommen auf jeden Fall beim nächsten Berlinauftritt in ihr Konzert zu gehen, diese wunderbare Musik live zu hören!
Doch das geht jetzt nicht mehr.
Denn gestern, am 15. Juni 2008 starb Esbjörn Svensson bei einem Tauchunfall nahe Stockholm.
Die Welt hat einen der großartigsten Musiker aller Zeiten verloren.
Seine Musik wird immer einen Platz in meinem Herzen haben…
Der Potsdamer Platz in Berlins Mitte:
Mythenumrankter Knotenpunkt; zerrissenes Grenzland; heißdiskutiertes Architekten-Eldorado; größte Baustelle der Welt; handzahme Touristenfalle; kommerzieller Reinfall
Die großen Konzerne, die mit viel Tamtam die Gebäudekomplexe hochgezogen haben ziehen so langsam alle wieder ab (Daimler hat schon verkauft, Sony plant dies), neue Mieter finden sich nur langsam und am direkt anschließenden Leipziger Platz verbreiten schon seit Jahren große, mit Planen überspannte Gerüste die klägliche Illusion eines geschlossenen Platzes.
Die Hypovereinsbank hatte vor kurzem genug vom andauernden Leerstand in ihren Park Kolonnaden und wagte sich an ein neues Konzept, um die Räumlichkeiten mit Leben zu füllen und überließ die Räumlichkeiten der USB art consult GmbH, die dort seit dem 25. Mai die Expressionale veranstaltet.
Im Mittelpunkt der dreimonatigen Ausstellung steht die Sammlung Karsch-Nierendorf, aus der 150 verschiedene Werke von Künstlern wie Otto Dix, Ernst Ludwig Kirchner, Otto Mueller, Christian Rohlfs und Josef Scharl in einem eigens aufgestellten Pavillon ausgestellt werden.
In einer weiteren Sonderaustellung werden Bilder von George Grosz gezeigt, in einem extra abgetrennten Bereich Bilder unter dem Motto George Grosz und die Erotik.
Wer unter dieser Bezeichnung nun romantische Verklärungen und sehnsuchtsvolle Schmachtbilder erwartet sollte spätestens beim Warnhinweis FSK 18 vor Betreten des Raumes wieder in die Groszsche Realität zurückgeholt werden, denn die Bilder sind in der Tat nichts für sanfte Gemüter, hier hat Grosz seine innersten Phantasien auf Leinwand gebannt.
Prall erigierte, überdimensionale Penisse an erregten Zwittern, schamlose Aktmodelle, die sich willig dem Maler hingeben; es tropft, es spritzt und ein kollektives Aufstöhnen scheint über dem Raum zu liegen.
Museen würden diese Bilder vermutlich nicht mit der Kneifzange anfassen und das ideale Umfeld scheint mir auch eher ein Bordell der 20er oder 30er Jahre zu sein.
Grosz haben seine Bilder übrigens häufig Probleme mit der Justiz eingebracht, seien es nun Prozesse wegen Gotteslästerung, Beleidigung der Reichswehr oder Angriff auf die öffentliche Moral.
Allein seine Bilder hätten den Besuch schon gelohnt!
Doch zusätzlich zu den Bildern und Skulpturen der Austelleung umfasst die Expressionale weitere Ausstellungsflächen mit Skulpturen von Joachim Karsch sowie Gerhardt Marcks, ein weiterer Raum mit Druckgrafiken von Franz Hitzler und Bernd Zimmer sowie als Schwenk zur zeitgenössischen Kunst Einzelaustellungen mit Werken von Louise Christine Thiele (Skulptur) und Rolf Händler (Malerei).
Deren Werke kann man auch ohne Eintritt besichtigen, denn sie sind mehr Galerie als Ausstellung: Sämtliche Objekte können käuflich erworben werden.
All diese Werke haben ihren eigenen Charakter und sind doch auf die eine oder andere Weise miteinander verknüpft.
So haben die Künstler der 20er Jahre vielfach in ihrem künstlerischen Schaffen zunächst als Architekten angefangen, sind dann jedoch zu der Überzeugung gelangt, daß man nur mit Malerei die Welt verändern und eine Revolution vorantreiben könnte.
Hitzler und Zimmer wiederum, beide ‘68er sind mit exakt derselben Begründung den umgekehrten Weg gegangen und haben sich der Architektur zugewandt, wie mir die sehr freundliche und interessierte Aufsicht erklärte.
Der Höhepunkt dieser Ausstellung war jedoch die Besichtigung der Skulpturen von Louise Christine Thiele.
Ich denke, daß jedem das Bedürfnis bekannt ist, Kunst nicht nur optisch (oder auch akustisch) zu erfahren, sondern das Gehirn giert regelrecht auch nach einer haptischen Wahrnehmung.
Man möchte vor allem Skulpturen unbedingt berühren, möchte die Form der Köper nachstreichen, die Oberflächenbeschaffenheit fühlen, kalter Marmor, feste Bronze, lebendiges Holz…
Louise Christine Thiele kennt offensichtlich dieses Bedürfnis und fördert die Auslebung dieses Bedürfnisses mit ihrer Kunst. Denn Anfassen ist bei ihren Skulpturen nicht nur erlaubt und toleriert, es ist gewünscht!
Im Grunde auch eine gute Verkaufsmethode, denn die Berührung fördert die emotionale Verbundenheit mit den Werken, schaltet somit das rationale Denken aus und nach einer halben Stunde der Besichtigung erscheinen auch 16.000€ für eine kleine Bronzestatue plötzlich nicht mehr so viel zu sein.
Nach exakt demselben Prinzip funktionieren übrigens Marken im Konsumbereich.
Sehr intensiv nahegebracht wurde mir diese Ausstellung übrigens von einem hübschen Lockenkopf namens Maria, mit der ich eine gute dreiviertel Stunde angeregt über die Skulpturen, die Künstlerin, über das Berühren von Kunstwerken und noch so mancherlei anderen Kram plauderte.
Wohl zum allerersten Mal verließ ich eine Ausstellung mit einem Lächeln im Gesicht, auch wenn dieses Lächeln nur teilweise mit der gezeigten Kunst zusammenhing…
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Die Expressionale kann noch bis zum 24. August in den Park Kolonnaden am Potsdamer Platz Montags bis Sonntags in der Zeit von 10.00 – 22.00 Uhr besichtigt werden.
Und gleich wird man so herzlich mit dieser Freibierplakette empfangen. Aber Spaß beiseite, denn Spaß hat es wahrlich gemacht. Ein bisschen groß aufspielen mit dicker Kamera und langem Objektiv, dabei gute Musik hören, ein wenig mit dem Hintern wackeln und schöne Frauen beobachten. Könnte man sich dran gewöhnen – zumindest etwas über eine Woche werd ich das auch, denn das Festival de Colores geht noch so lange und ich werde auf einen Großteil der Veranstaltungen gehen und immerhin für freien Eintritt und Essen und Trinken fotografieren. Das Konzert gestern war mit Balla Kanté.
Auch zu sehen bei wenedeux und flickr.
Alle Fotos gibts es hier.
Noch mehr Verlinkungen, sorry. Ich weiß, ihr habt eh alle keine Zeit. Mir egal. Das hier muß auch noch raus.
Auf der Suche nach guten Inhalten sind wir ja alle (im Netz, in der Realität, im Leben). Eine Seite, die sich dieser Aufgabe ebenfalls angenommen hat und sie mit bravour meister ist coolhunting. Aus dem Blog fällt ziemlich viel raus, und diesen habe ich auch noch nicht weiter verfolgt, da ich nur über den Video-Podcast auf diese Seite aufmerksam geworden bin. Und dieser ist hochgradig empfehlenswert.
In kurzweiligen, sehr stimmungsvoll gestalteten und gut fotografierten 3-5-minütige Videos werden uns in den Folgen Künstler oder Künstlergruppen und ihre Arbeit vorgestellt. Der Begriff Künstler reicht dabei von Filmemachern, Fotografen, Musikern, allen Arten von “klassischen Künstlern” bis hin zu Organisationen oder Lokationen die Künstlern eine Plattform bieten.
Herauspicken möchte ich dabei, aus offensichtlich persönlichen Gründen, eine Fotografin. Diese wird in Folge 63 portraitiert und hat mich absolut begeistert. Ihr Name: Jill Greenberg. Sie erzählt, wie sie dazu gekommen ist Portraits von Affen und weinenden Kindern zu schießen, welche mich beide sehr begeistern. Auf ihrer (schicken aber leider flashigen flashbasierten und damit nicht direktverlinkbaren) Seite sind diese und andere zu bestaunen. Teilweise ziemlich verhochglanzt, aber immer mit einer sehr eigenen, artifiziellen, aber berührenden Ästhetik. Auschecken!
Im letzten Jahr habe ich bereits den Podcast der New Yorker Conference verfolgt und mit Interesse genossen. Inzwischen sind die Videos der diesjährigen ebenfalls online und einige davon, wenn auch gefühlt weniger als letztes Jahr, sehr spannend. Hier (m)eine Auswahl.
Ich hatte nach dem schauen von einigen Vorträgen schon überlegt, alle Vorträge zu löschen, denn sie waren politisch, sehr politisch, aber nicht neutral, sondern gefärbt. Alleine die Einstiegsfrage an den Polizeipräsidenten (police commissioner?) von New York zeigt, was ich meine.
Comissioner, it’s been nearly seven years since 9/11. How do you maintain, in the department, the sence of urgency that good counter terrorism work requires? As time passes the fear of another attack by al-Qaeda inevitably subsides.
Einige sind auch einfach nur versteckter Wahlkampf oder Bestärkung des sogenannten “War on Terror” (obwohl er spannende Vergleiche zwischen den USA und den “Terroristen” anstellt). Aber wenden wir uns den Guten zu.
Zielgruppe: Jeder, der eingestellt werden möchte oder selbst einstellt.
Thema: Reinventing Invetion – Malcolm Gladwell on the challenge of hiring in the modern world.
Einschätzung: Der Mann ist mir sowas von sympathisch! Und erzählt richtig interessantes über unsere Denkstrukturen beim Auswählen von Mitarbeitern. Angucken!
LINK
Zielgruppe: WoW-Spieler; Leute, die sich für die Zukunft des Alltages interessieren.
Thema: Jane McGonigal talks with Daniel Zalewski about alternate-reality gaming.
Einschätzung: Irgendwie ganz schön durchgeknallt die Idee, das Leben mehr wie ein Videospiel zu machen, weil diese ja Spaß machen, aber es werden einige äußerst spannende Projekte erwähnt.
LINK
Zielgruppe: Cartoonmöger, lachende Menschen
Thema: Robert Mankoff, the cartoon editor of The New Yorker, discusses the concept of humor throughout history.
Einschätzung: Ganz nette Cartoons dabei (mein Favorit: the French Army Knife), aber der Kerl findet sich selbst zu witzig und erzählt genau eins: Humor ist, wenn zwei Dinge verbunden werden, die eigentlich nicht zusammen gehören. Wenn man zuviel Zeit hat ganz gute Unterhaltung.
LINK
Zielgruppe: Architekten
Thema: Paco Underhill talks with Malcolm Gladwell about how to remake air travel for the twenty-first century.
Einschätzung: Für Architekten sicherlich spannend.
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Zielgruppe: Ingenieure und Weltverbesserer
Thema: Amy Smith talks with Rebecca Mead about applying new technology in the developing world.
Einschätzung: Wie man mit lokal verfügbaren Rohstoffen Dinge entwerfen kann, die den Menschen helfen.
LINK
Zielgruppe: Biologen
Thema: Linda Avey and Anne Wojcicki talk with Michael Specter on genetics.
Einschätzung: Scary Zukunft der Genforschung und ihre potentiellen Ermöglichungen, ohne die Gefahren.
LINK
Zielgruppe: Biologen, Bioinformatiker ;), Ingenieure
Thema: Yoky Matsuoka, the director of the neurobotics laboratory at the University of Washington, discusses how brain signals can control prosthetic limbs, and other advances in the hybrid field of neuroscience and robotics.
Einschätzung: Eine schöne Ingenieurin, die auch noch spannendes erzählt. Gehirn-Maschine-Kommunikation.
LINK
Zielgruppe: Architekten
Thema: David Adjaye talks with Thelma Golden about architecture in contemporary culture and what buildings can be in the twenty-first century.
Einschätzung: Vielleicht war ich auch nur zu müde.
LINK
Zielgruppe: Chefs und Feinschmecker
Thema: Bill Buford talks with the chefs David Chang, Daniel Humm, and Marc Taxiera about their influences and the future of the culinary world.
Einschätzung: Hatte keinen Hunger.
LINK
So, genug verlinkt. Mindestens 5% müssen geschaut werden von jedem, der bis hier hin gelesen hat. Sonst wird morgen schlechtes Wetter.



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